Gerhard Schmidt berichtet dem Lions Club Haßberge über den Tourismus in der Region

Über den Tourismus im Landkreis und in den Haßbergen im Besonderen sowie dessen Förderung referierte Gerhard Schmidt vor dem Lions Club Haßberge. Schmidt managt seit vielen Jahren den Naturpark Haßberge, und seit einem Jahr bemüht er sich mit der ARGE Landkreistourismus auch, alle 26 Gemeinden des Landkreises zu unterstützen. Für den interessanten Vortrag sprach Präsident Peter Schleich (rechts im Bild) im Namen des Lions Club Haßberge seinen herzlichen Dank aus.

Traditionell und in sinnvoller Weise sollten Naturräume touristisch werben, erläuterte Schmidt einem interessierten Publikum. Allerdings ist der Landkreis Haßberge damit zweigeteilt, denn der größere Teil gehört zur Tourismus-Region Haßberge, der kleinere im Süden zum Steigerwald. Die ARGE Landkreistourismus versuche nun, alle Gemeinden zu beraten und vor allem auch die touristischen Projekte wie Burgenwinkel, Wassertourismus am Main oder Abt-DegenWeintal zu unterstützen.

Schmidt zeigte auf, dass es nicht ganz leicht sei, für die Haßberge ein Image zu suchen, denn die großen Attraktionen fehlen. Dafür gebe es eine außergewöhnliche, einmalige Topographie, eine unverbrauchte Kulturlandschaft, Kunst- und Kulturschätze quasi am Wegesrand, so dass hier wie nirgends sonst Naturerlebnis mit Kultur und Geschichte verbunden werden kann.

Der „Star“ unter den touristischen Attraktionen sei der Burgen- und Schlösser-Wanderweg, der erst als „Qualitätswanderweg Wanderbares Deutschland“ vom Deutschen Wanderverband ausgezeichnet wurde. IN zwei Schleifern bietet dieser Premium-Wanderweg jeweils sieben Tagesetappen an.. Ein besonderes Naturerlebnis biete auch der Rennweg. Während der Kelten-Erlebnisweg, der burgenkundliche Lehrpfad und der Friedrich-Rückert-Wanderweg bereits Klassiker sind, ist die Broschüre zum Amtsbotenweg noch in Arbeit.

Sehr begehrt sei der Landkreis auch bei Radwanderern. 650 Kilometer bequeme und anspruchsvolle Strecken seien ausgewiesen und eine Verleih-Stationen für E-Bikes seien eine ideale Ergänzung.

Neu erstellt würden derzeit ein touristischer Veranstaltungskalender und ein Genuß-Wegweiser.

Der Tourismus sei im Landkreis Haßberge zwar nicht allgegenwärtig, doch durchaus ein Wirtschaftsfaktor, zeigte Schmidt auf, die Zahlen mussten jedoch wieder auf den Naturpark Haßberge bezogen werden. Insgesamt würden hier rund 58 Millionen Euro im Jahr umgesetzt, davon entfielen 32 Millionen auf die Gastronomie, 15 Millionen auf den Einzelhandel und elf Millionen auf die Dienstleistung. Diese Zahlen basieren allerdings nur auf den Daten der Beherbergungsbetriebe mit mindestens neun Betten. Nicht erfasst werden in der offiziellen Statistik die 130 Ferienwohnungen und 20 Pensionen unter neun Betten. 1.360 Personen fänden im Tourismus ihren Arbeitsplatz.

Die Zahlen hätten sich heuer wieder deutlich erholt nach einem Rückgang durch die Wirtschaftskrise. Der Praktiker widersprach der Auffassung mancher Politiker, dass in wirtschaftlich schlechteren Zeiten der Deutschland-Urlaub wieder boome, denn „der Aufenthalt bei uns ist der klassische Zweit- oder Dritturlaub, ein Wander- oder Kulturwochenende“ und der fällt Sparbemühungen vor dem klassischen Strand-Urlaub zum Opfer. Dennoch erfreue sich das Frankenland weiter zunehmender Beliebtheit, was die zahlreichen Messe-Auftritte und das große Interesse an den Prospekten zeigten.

Im Kreis der Lions-Mitglieder entspann sich nach dem Vortrag eine rege Diskussion zum Fremdenverkehr und fast zwangsläufig wurde auch die Frage gestellt, wie sich Landschaftsbild und Windkraftanlagen vertragen. Dazu erklärte Landrat Rudolf Handwerker, dass man einen Kompromiss finden müsse zwischen Landschaftsschutz – auch im Interesse des Tourismus – und den erneuerbaren Energien. Deshalb müsse die Errichtung von Windkraftanlagen durch eine ordentliche Planung gebündelt werden.

Lions-Präsident Peter Schleich dankte dem Tourismusfachmann Gerhard Schmidt für den aufschlussreichen Vortrag.

 

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