Presseberichte

Bittere Armut ging sehr unter die Haut

Haßfurter Tagblatt, 13.05. 2010, von Sabine Weinbeer

Lions-Club Haßberge organisierte seinen ersten Hilfstransport in das rumänische Craiova

„Wir waren nicht das letzte Mal in Craiova“, das stellt der Präsident des Lions-Club Haßberge, Dr. Klaus-Peter Heigel fest. Er berichtete den Clubmitgliedern jetzt vom ersten Hilfstransport nach Rumänien, für den viele Mitglieder vor allem Kleidung und medizinische Hilfsmittel gesammelt hatten. In Altenheimen, bei behinderten Kindern und Waisen lieferten die Lions ihre Hilfsgüter direkt ab.

Herzlich aufgenommen wurden die Mitglieder des Lionsclubs Haßberge in der Region Craiova, wo sie Hilfsgüter verteilten. Unterstützt wurden sie dabei vom Lions-Club Craiova. Unser Bild zeigt vorne von rechts Pastpräsident Harry Riegel und seine Frau Dr. Heike Mohler-Riegel, Präsident Dr. Klaus-Peter Heigel (2. von links) und Sekretärin Julia Fröhlich (vorne, 4. von links) mit einigen rumänischen Lions.

Die derzeitige Sekretärin im Lions-Präsidium, Julia Fröhlich, ist gebürtige Rumänin. Über den Lions-Club in Craiova und ihre Familie organisierte sie die Hilfe, damit sie direkt bei betroffenen Menschen ankommt. Das war von vorneherein die Zielsetzung des Lions-Clubs.
Julia Fröhlich akquirierte bei verschiedenen Kleidungsherstellern Kinderjacken, Pullover und Hosen, während das Sanitätshaus Mannl und Hauck über 100 Rollstühle und Rollatoren bereitstellte. Lions-Mitglieder stifteten außerdem Ultraschall-Geräte und eine komplette HNO-Diagnostik-Armatur sowie Medikamente. So konnte ein großer – ebenfalls gesponserter – Lkw mit Hilfsgütern beladen werden, der sich aufmachte nach Craiova, wo die Güter in einem Autohaus zwischengelagert wurden.
Mit Pkw machten sich wenige Tage später Präsident Dr. Klaus-Peter Heigel, Sekretärin Julia Fröhlich, Past-Präsident Harry Riegel, dessen Frau Dr. Heike Mohler-Riegel und ihr Sohn Johannes auf den 1500 Kilometer langen Weg ins südliche Rumänien. Eineinhalb Tage dauerte die Fahrt und in Craiova wurden sie herzlich empfangen. Der dortige Lions-Club hatte hervorragend vorgearbeitet und mit dem Sozialteam der Stadt die Empfänger ausgewählt. So gingen die meisten Rollatoren und Rollstühle in ein großes Altenheim, wo die Hilfsmittel von den alten Menschen sofort mit Begeisterung in Betrieb genommen wurden. Groß war auch das Medieninteresse an den Spendern aus Deutschland.
Mit den Sozialarbeitern der Stadt ging es dann zu verschiedenen bedürftigen Familien auf dem Lande. Meist handelte es sich um Großmütter, die mehrere verwaiste oder verlassene Enkelkinder großziehen. Das Fördergeld, das sie dafür von staatlicher Seite erhalten, beläuft sich auf 30 bis 40 Euro, die Lebenshaltungskosten seien in Rumänien aber mit den unsrigen zu vergleichen, berichtete Klaus-Peter Heigel. Als Ärztin stellte Dr. Heike Mohler-Riegel fest, dass es oft an der medizinischen Grundversorgung mangelt, sei es an Impfungen oder auch Vitaminen. Die bittere Armut, in der die Kinder dort leben, ging den fünf Lions sehr unter die Haut.
Der Lions-Club Haßberge will längerfristig in Rumänien helfen und freut sich über die geknüpften Kontakte zur Stadt Craiova, aber auch zu Ion Horasco, dem Bürgermeister von Prundeni. Er gründete nicht nur den ersten privaten rumänischen Rundfunksender, sondern auch eine Hilfsorganisation, die sich um soziale Belange und besonders um Schulen kümmert. Bei aller Armut, die er während der vier Tage in Craiova und Umgebung sah, zeigte sich Klaus-Peter Heigel jedoch auch beeindruckt von der Anstrengung der rumänischen Regierung um eine flächendeckende Schulversorgung.
Die „Lions“ möchten für den nächsten Hilfstransport Medikamente erwerben und bitten neben Sach- um Geldspenden auf das Spendenkonto des Lions-Hilfswerks Haßfurt bei der Sparkasse Ostunterfranken: Konto 7443, BLZ 79351730, Kennwort „Rumänienhilfe“.

Mit den „Lions“ in fremde Welten

Fränkischer Tag, 04.07. 2009, von Sabine Weinbeer

Jugendaustausch Der Haßberge-Club verabschiedte zwei Abiturienten und eine Schülerin zu einem Gastaufenthalt nach Alaska, Texas und Kanada – Internationale Kontakte sind wichtig

Über den „großen Teich“ geht es für drei Haßfurter Gymnasiasten im Rahmen des „Lions Youth Exchange-Program“. Im Namen des Lions Clubs Haßberge wünschten ihnen der scheidende Präsident Harry Riegel und sein Nachfolger Dr. Klaus-Peter Heigel jetzt eine gute Reise. Johannes Riegel bricht nach Alaska auf, Theresa Klinger nach Texas und Daniela Grüner nach Kanada.

Vier spannende Wochen liegen vor Johannes Riegel, Theresa Klinger und Daniela Grüner, denn im Rahmen des Lions-Jugendaustauschprogramms reisen sie nach Alaska, Kanada und Texas. Viel Spaß dabei wünschten im Namen des Lions Clubs Haßberge Harry Riegel (rechts) und Dr. Klaus-Peter Heigel (links).

Vier Wochen lang werden sie sich in der „Neuen Welt“ aufhalten, zunächst mit vielen weiteren Jugendlichen aus der ganzen Welt in einem Jugend-Camp, dann in Gastfamilien. Ziel des Lions-Jugendaustauschs ist es, jungen Menschen die Möglichkeit zu geben, Einblick in andere Kulturen zu geben. Durch die Mischung aus Jugendcamp und Gastfamilienaufenthalt soll dieser Einblick auch unter die „Oberfläche“ gehen. Johannes, Theresa und Daniela haben sich zwar alle drei für den gleichen Kontinent entschieden, den Austausch gibt es aber mit allen europäischen Ländern, mit Australien ebenso wie mit Asien, sogar in der Mongolei gibt es ein „Nomaden-Camp“.
Die drei Haßfurter Gymnasiasten wollen zum einen Land und Leute, Natur und Kultur in ihren Gastländern erleben, zum anderen aber „ganz nebenbei“ ihre Sprachkenntnisse verbessern, deshalb wollten sie in den englischsprachigen Raum. Für Johannes Riegel und Daniela Grüner ist der Austausch eine Erholungsphase nach dem Abitur vor dem Studium, Theresa ist noch Schülerin und hofft, dass vier Wochen USA ihre Sprachpraxis in Englisch auch für ihren weiteren Weg zum Abitur verbessern.
Sie sind alle drei gespannt auf das, was sie in diesen vier Wochen erleben, welche neuen Freunde sie finden werden. Spannend bleibt es auch später, denn auch sie werden in nächster Zeit einen Gastschüler aufnehmen – nicht unbedingt aus ihrer eigenen Gastfamilie, sondern eventuell aus einem ganz anderen Land.
Harry Riegel und Klaus-Peter Heigel wünschten den drei jungen Leuten viel Spaß, eine spannende Zeit und betonten, wie wichtig Weltoffenheit und internationale Kontakte für die Lions sind.

Benefizkonzert mit Würzburger Domsingknaben

Haßfurter Tagblatt, 26.05. 2009, von Sabine Weinbeer

Chorgesang in der Stadtpfarrkirche

Chorgesang höchster Qualität erfüllte am Sonntag Abend die Stadtpfarrkirche Haßfurt, denn die Würzburger Domsingknaben gestalteten gemeinsam mit Dekanatskantor Johannes Eirich an der Orgel ein Benefizkonzert für den Erhalt des Kreuzweges in der Ritterkapelle. Der Lions Club Haßberge konnte die Domsingknaben für dieses Gastspiel ohne Gage gewinnen und fand in der Katholischen Pfarrgemeinde bestmögliche Unterstützung für das Konzert. Lions-Präsident Harry Riegel freute sich über das große Interesse an diesem Konzert, denn trotz des schönen Wetters und vielen Festen, die an diesem Wochenende stattfanden, waren über 200 Freunde des Chorgesangs zum Konzert nach Haßfurt gekommen.

Unter den Gästen waren auch Dekan Joachim Morgenroth, Haßfurts Bürgermeister Rudi Eck und viele aktive Musiker und Sänger aus dem Landkreis. Lions-Präsident Riegel bedauerte, dass das Konzert nicht wie geplant schon in der renovierten Ritterkapelle stattfinden konnte, doch die Arbeiten dort würden sich wohl noch einige Zeit hinziehen.
So bildete die Stadtpfarrkirche den Rahmen für das Konzert – wobei der letzte Auftritt der Domsingknaben in Haßfurt vor elf Jahren zugunsten der Stadtpfarrkirche stattgefunden hatte. Riegel bedankte sich beim Chorleiter, Domkapellmeister Martin Berger, der spontan dieses Benefizkonzert zugesagt hatte.
Der Konzertchor der Domsingknaben, der dieser Tage zu einer Konzertreise nach Andalusien aufbricht, eröffnete das Programm mit „Ruhm und Preis und Ehre sei Dir“ von Rolf Rudin. Es folgten Sätze wie „Cantate Domino“, „Also hat Gott die Welt geliebt“, „Ave maris stella“ oder „Eli, Eli“. Den Mittelteil des Konzerts bestritt der Herrenchor der Domsingknaben mit zwei kleinen Gebeten, dem „Gratias agimus tibi“ und dem Angelus „Im Dorf da geht die Glocke schon“. Johannes Eirich gestaltete an der Orgel brillant das Präludium in D von Dietrich Buxtehude und die „Toccata en re´ mineur“ von Albert Renaud.
Nach dem „Dankhymnus“ brandete mächtiger Applaus auf – die Zuhörer forderten vehement eine Zugabe ein. Diese gewährte der Chor mit dem „Abendlied“. Das Publikum bedankte sich mit stehenden Ovationen bei den Würzburger Domsingknaben, die diesen Frühsommerabend zu einem ganz besonderen Genuss werden ließen.
Pfarrei und Lions Club bedankten sich bei den Sängern mit einem Abendessen für ihren Benefizauftritt. Lions-Präsident Riegel, dessen Söhne ebenfalls Domsingknaben sind, bedankte sich bei Domkapellmeister Berger mit einem kleinen Präsent und Berger gab den Dank zurück für ein hervorragend organisiertes Konzert und an ein „offensichtlich sehr sachkundiges und aufmerksames Publikum“.

Gymnasiastin orientiert sich weltwärts

Haßfurter Tagblatt, 05.05. 2009, von Sabine Weinbeer

Ina Mantel leistete ihr Freiwilliges Soziales Jahr an der Elfenbeinküste

„Weltwärts“ orientierte sich die Haßfurter Gymnasiastin Ina Mantel nach dem Abitur, doch ganz so wie geplant lief das Entwicklungshilfe-Projekt in Afrika nicht. Sie berichtete jetzt den Mitgliedern des Lions-Club Haßberge, der ihr Freiwilliges Soziales Jahr in der Elfenbeinkünste finanziell unterstützte.

Viele Eindrücke aus Afrika brachte Ina Mantel von ihrem ehrenamtlichen Einsatz in Elfenbeinküste mit – beim Lions-Club Haßberge, der sie dabei finanziell unterstützte, berichtete und präsentierte sie auch typische Waren des Landes.

„Weltwärts“ ist ein Projekt der Bundesregierung, das jungen Menschen freiwilligen Einsatz in Entwicklungsländern ermöglichen soll. Die Zusammenarbeit mit Elfenbeinküste leidet allerdings unter starken organisatorischen Mängeln, wie Ina Mantel am eigenen Leib erfahren sollte. Am 27. August vergangenen Jahres flog sie ab in ein Land, das den Bürgerkrieg gerade eben überwunden hat, wo aber immer noch Rebellen den nördlichen Landesteil besetzt halten. „Die Menschen dort sind noch sehr damit beschäftigt zu überleben“, schilderte Ina Mantel beim Lions-Club. Sie war zunächst überrascht von der herrlichen Natur des Landes, um dann aber festzustellen, dass es ihr Projekt, in dem sie arbeiten sollte, gar nicht gab. Eigentlich war Ina angereist, um bei der Alphabetisierung und bei der Aufklärungsarbeit über Aids zu helfen. Die Partnerorganisation in Elfenbeinküste bestand aber nur aus einer Person und so versuchte sie gemeinsam mit einer weiteren Freiwilligen, selbst ein Projekt auf die Beine zu stellen. Sie lebten in einem Internat, das von italienischen Schwestern betrieben wird.
Zeitweise arbeiteten sie beim Conseil General in Aboisso, vergleichbar einem Landratsamt, doch kamen sie nicht so recht zum Einsatz. Allerdings bekamen sie allerhand Einblick in die Korruption, die sicher einen Teil der Entwicklung in dem Land bremst.
Ina Mantel gewährte in ihrem Vortrag Einblick in die Kakao-Ernte, in das friedliche Zusammenleben von Christen und Muslimen und das Leben der Bevölkerung im Staat Elfenbeinküste.
Beeindruckt zeigten sich die Lions davon, dass die junge Frau trotz der widrigen Umstände immer wieder Anlauf nahm, die Zeit in Afrika sinnvoll zu nutzen. So arbeitete sie im Kindergarten der italienischen Schwestern und gemeinsam mit ihrer Kollegin machten sie sich doch noch an die Aids-Aufklärung in Zusammenarbeit mit anderen Hilfsorganisationen. Eigentlich wollte Ina Mantel trotz aller Frustrationen durchhalten, doch als sie krank wurde und sich längere Zeit keine Besserung einstellte, entschloss sie sich Ende  Januar zur Heimreise.
Ihre Gesundheit ist mittlerweile wieder hergestellt, glücklicherweise bestätigte sich die afrikanische Diagnose „Typhus“ nicht. Die Erfahrungen in Afrika haben sie menschlich reifen lassen, es sei für sie aber schwer zu verarbeiten gewesen, dass „nichts so lief wie geplant“, während sie gleichzeitig von ihrer Schulkollegin Katharina Schoen aus Mexico immer wieder per e-mail erfuhr, dass dort alles klappt. Auch Katharina Schön wurde von den Lions für ihr Freiwilliges Soziales Jahr unterstützt.
Allerdings habe sie sich bewusst für Afrika und ein französisch-sprachiges Land entschieden. Ihre Liebe zur Sprache habe sich in dieser Zeit auf jeden Fall gefestigt, so dass sie jetzt einen französischen oder europäischen Studiengang anstrebt, vielleicht in Richtung Journalismus. Einen Beruf im Feld Entwicklungshilfe hat sie aufgrund ihrer Erfahrungen vorerst hintangestellt.
Lions-Präsident Harry Riegel dankte Ina Mantel für den spannenden und offenen Bericht und gratulierte ihr zu ihrer Courage, mit der sie sich gegen alle Widrigkeiten stemmte.

Geteilte Freude ist doppelte Freude

Haßfurter Tagblatt, 07.04. 2009, von Sabine Weinbeer

Vortrag beim Lions Club: Verein „Kinder helfen Kindern“ unterstützt Hilfsprojekte

Bei dem monatlichen Treffen des Lions Club Haßberge in Königsberg stellte Fredi Pfaab ein besonderes Projekt, nämlich das des Vereins „Kinder malen für Kinder“ vor.

Der Vorsitzende des Vereins „Kinder malen für Kinder“, Fredi Pfaab (links im Bild), freute sich über eine Spende vom Lions Club Haßberge mit Harald Riegel als Präsidenten (rechts).

Kinder aus dem Landkreis malen bei Ausstellungen, wie beispielsweise dem Haßfurter Straßenfest oder dem Jahrmarkt der Kulturen in Zeil, kleine farbige Quadrate. Die kleinen Einzelbilder werden als großes farbenfrohes Mosaikbild zusammengefügt und als Motive für Postkarten oder Wohltätigkeits-Geschenkpapier zugunsten indischer Kinder verkauft. Die indischen Straßenkinder in Kalkutta sind aber nicht nur Hilfsempfänger, sondern bedanken sich mit kreativen, handgebastelten Glückwunschkarten, die hier in Deutschland zugunsten deutscher Kinderheime verkauft werden.
Seit zehn Jahren konnte Pfaab Erfahrungen bei mehrwöchigen Aufenthalten in Kalkutta sammeln. Dabei baute sich ein Freundeskreis auf, der finanziell kleine Projekte, wie eine Straßenschule mit 120 Kindern und eine selbstlose Arztpraxis einer deutschen Ärztin in den Slums, unterstützen. Im Jahr 2006 kam die Idee einen Verein zu gründen, um nachhaltig und noch mehr helfen zu können. Im Vordergrund steht eine solidarische Hilfe.
Die Spenden aus Deutschland sollten nicht einfach nach Kalkutta fließen. Oft denken die Leute zurecht: „Warum indischen Kindern helfen? Wir haben hier in Deutschland auch arme Kinder. Und kommt das Geld überhaupt an?“ Die Antwort ist einfach. Gerade in schwierigen Zeiten fällt der Blick über den Tellerrand immer schwerer und umso wichtiger ist das zusammenrücken – nun auch weltweit.
In diesem Sinne tun indische Kinder auch etwas für deutsche Kinder und schicken selbstgemachte Glückwunschkarten nach Deutschland. Die zweite Frage „ob das Geld ankomme“ sei somit auch beantwortet, weil indische Karten im Gegenzug zurückkommen.
Die Kontrollfunktion über die Spenden übernehmen so die Kinder selbst. Der Verein kümmert sich um die Organisation der Karten, um Malaktionen und hat selbst keine Verwaltungskosten. Der volle Betrag kommt, laut Pfaab, den Kindern zu Gute. Über 20 Mitglieder können seit 2006 auf viele kleine Erfolge zurückblicken. Bisher wurden über 20 000 Euro an Spenden an Kinder weitergeleitet. Ein Millionenbetrag für indische Verhältnisse: Um eine Schule mit 120 Kindern und fünf Lehrkräfte mit einer warmen Mahlzeit am Tag und medizinischer Grundversorgung sicherzustellen, benötigt man nur 8000 Euro pro Jahr. Umgerechnet 20 Cent am Tag pro Kind.
Genau diese Erfahrung hat Pfaab seit seinem ersten Aufenthalt in Kalkutta nicht mehr losgelassen, mit wenig Geld direkt viel helfen und dabei selbst am meisten profitieren nach dem Sprichwort „geteilte Freude ist doppelt Freude“.
Termine über die nächsten Malaktionen mit Kartenverkauf finden Sie unter www.kindermalen-fuer-kinder.org. Kartenverkaufsstellen sind in der Geschäftsstelle des Haßfurter Tagblatts, im Eine-Welt-Laden in Haßfurt und in der Ofengalerie in Zeil.


Nicht alles Mögliche wird bezahlt

Haßfurter Tagblatt, 20.03.2009, von Sabine Weinbeer

Lions Club Haßberge besucht Sanitätshaus „mannl + hauck“ in Haßfurt

„Bei Sanitätshaus denken die meisten an Kompressionsstrümpfe und Birkenstock.“ Dass hinter „mannl + hauck“ in Haßfurt wesentlich mehr steckt, das zeigte Uwe Hauck den Mitgliedern des Lions Clubs Haßberge bei einer Betriebsbesichtigung. Mit der Anfertigung von Prothesen und Hilfsmitteln für jede Behinderung hat sich das Haßfurter Unternehmen über die Region hinaus einen guten Namen gemacht und einen Markt erschlossen.

Als hochspezialisiertes Unternehmen präsentierte Uwe Hauck den Mitgliedern des Lions-Clubs Haßberge das Sanitätshaus Mannl und Hauck in Haßfurt.

Zu zweit machten sich Udo Mannl und Uwe Hauck 1994 in Haßfurt in der Hauptstraße selbstständig, heute beschäftigen sie 65 Mitarbeiter nicht nur in Haßfurt, sondern auch in Coburg und Würzburg. Im Neubau in der Ohmstraße freute sich Uwe Hauck über das Interesse des Lions-Clubs und die Mitglieder staunten über die Werkstatt, in der hochtechnische Hilfsmittel für die unterschiedlichsten Behinderungen und modernste Prothesen entstehen. Uwe Hauck gab einen interessanten Einblick in den Beruf des Orthopädie-Technikers, der sowohl handwerkliches Geschick, als auch Einfühlungsvermögen in die Bedürfnisse eines behinderten Menschen erfordert.
Leider werde nicht alles, was technisch machbar ist, um Behinderten das Leben zu erleichtern, auch von den Kostenträgern übernommen, so Hauck. Dabei können oftmals durch das richtige Hilfsmittel Folgeerkrankungen verhindert werden. Wie die Ärzte kämpfen auch die Sanitätshäuser mit der Gesundheitsreform. „Wir hängen derzeit vollkommen in der Luft, denn wir befinden uns in einer Übergangsphase ohne verlässliche Regelungen“, so Hauck. Gleichzeitig steige der Verwaltungsaufwand ständig. Zwar wolle er nicht jammern, denn sein Unternehmen sei breit aufgestellt, doch schöben er und sein Partner einen eigentlich nötigen Erweiterungsbau derzeit vor sich her, weil Planungssicherheit fehle.
Lions-Präsident Harry Riegel dankte Uwe Hauck für die umfassende Information und die Einblicke in die Möglichkeiten der Prothetik und der technischen Hilfsmittel. Den Lions-Mitgliedern liege es sehr am Herzen, behinderten Menschen zu so viel Lebensqualität und Selbstbestimmung wie möglich zu verhelfen.

Nach der Pension weiter Rotstift statt Ohrensessel

Haßfurter Tagblatt, 15.01.2009, von Sabine Weinbeer

Wilfried Güntner engagiert sich in Schule in Tansania

„Meine neue Schule in den Kaffeebergen von Tansania“, so eröffnete Wilfried Güntner seinen Vortrag beim Lions Club und dabei war ihm die Freude daran anzumerken, was er sich als neue Herausforderung im Ruhestand gestellt hat. Güntner war Lehrer für Englisch, Geschichte und Sozialkunde am Regiomontanus-Gymnasium in Haßfurt. Jetzt ist er in Pension und weiterhin Englischlehrer, aber an der St. Luise Girls Secondary School in Manguu.

Als Güntner mit 65 Jahren in Pension ging, suchte er eine neue Herausforderung, zumal seine Frau als Grundschullehrerin noch voll im Berufsleben steht. Gefunden hat der Schonunger eine Aufgabe in Mbinga, der Partnerdiözese des Bistums Würzburg. Hier unterrichtete er im letzten Jahr an einer Schule der Vinzentinerinnen – und hat um ein halbes Jahr verlängert, am nächsten Dienstag steigt er wieder ins Flugzeug.
Den Mitgliedern des Lions Clubs erläuterte er zunächst den durchorganisierten Tagesablauf der Schülerinnen. Neun Stunden Unterricht und viele Studierstunden bis in den späten Abend hinein stehen auf den Plan. Dieser Zeitaufwand ist unter anderem deshalb nötig, weil es an Büchern mangelt, so Güntner, der das „Projekt Bücherei“ ins Leben gerufen hat. Als er im Dezember abreiste standen bereits die Grundmauern, finanziert von Spenden aus Schonungen. Doch das Gebäude allein wird rund 60 000 Euro kosten. Die Außenmauern sind ebenfalls finanziert, doch das Dach wird sehr teuer werden, so Güntner.
Vier Klassen hat die Secondary School, derzeit wird ein Gebäude für die höheren Klassen gebaut, die dann das Abitur ablegen. Doch schon der Besuch der unteren Klassen dieser Schule ist etwas Besonderes in Tansania – zumal für Mädchen. An den staatlichen Schulen mangelt es vor allem an qualifizierten Lehrern, so Güntner, obwohl das American Peace Corps 140 Lehrer vor allem an staatlichen Schulen Tansanias stellt. Das Schulgeld in St. Luise beläuft sich auf 400 Euro im Jahr – ein Betrag, den die meisten Tansanischen Familien nicht aufbringen können. Dennoch bewerben sich auf die 40 freien Plätze jährlich 400 Mädchen. Ein Teil kommt aus wohlhabenderen Familien, für andere legt die gesamte Großfamilie zusammen, oft hilft auch der Pfarrer – oder im Bistum Würzburg wird (bisher immer mit Erfolg) ein Pate oder eine Patin gesucht.
46 Schülerinnen zwischen zwölf und 14 Jahren sitzen in Güntners Klasse und sie sind mit Feuereifer bei der Sache. Zum Stundenplan gehören neben den üblichen Gymnasialfächern auch Hauswirtschaft, Feldbau und Nähen, denn die Schülerinnen müssen auch für die Verpflegung an der Schule mitsorgen. Die meisten gehen nach der Mittleren Reife in die Familien zurück und nehmen die traditionelle Rolle als Mutter ein. Doch Güntner und auch die Zuhörer in Königsberg sind sich sicher, dass sie durch ihre Schulbildung in der Erziehung ihrer Kinder und im Umgang mit anderen Frauen eine wichtige Entwicklung hin zu einer besseren Stellung der Frau in Tansania fördern. Auch die Regierung sei bemüht um die Frauen, bestätigte Güntner, der Tansania als das wohl stabilste Land in Afrika bezeichnete. Im Parlament werden 20 Prozent der Plätze für Frauen reserviert, die werden jedoch nicht gewählt, sondern berufen.
In zahlreichen Bildern gab er einen Einblick in eine völlig andere Welt, in der die Durchschnittsfamilie sechs bis acht Kinder hat, die Frauen dennoch schwer arbeiten und Männer oft auch mit körperlicher Gewalt ihren Führungsanspruch in der Großfamilie durchsetzen. So arbeitet die Schule derzeit an ihrer Stromversorgung, damit künftig auch Computer im Unterricht eingesetzt werden können und die Schülerinnen Anschluss an die moderne Welt bekommen.
Lions-Präsident Harald Riegel dankte seinem ehemaligen Kollegen für diesen interessanten Vortrag – und für sein bewundernswertes Engagement in Afrika. Im Namen der Lions im Landkreis Haßberge überreichte er auch einen kleinen finanziellen Beitrag zur Bücherei in Maguu.

Erste Lektion Hühner „entkleiden“

Haßfurter Tagblatt, 27.12.2008, von Sabine Weinbeer

Haßfurter Abiturientin Katharina Schoen leistet Freiwilliges Soziales Jahr in Mexiko

Viele Christen haben zu Weihnachten ihre Adveniat-Spende für Lateinamerika in die Kollekte gegeben, kennen Lateinamerika nur aus Dokumentationen im Fernsehen. Katharina Schoen, Haßfurter Abiturientin, lebt seit September in Mexiko, wo sie ein Freiwilliges Soziales Jahr absolviert. Finanziell unterstützt wird dieses „weltwärts“-Projekt vom Lions-Club Haßberge, außerdem von den Haßfurter Firmen Unicor und W&M Schenk. Deshalb gehen beim Lions-Präsidenten Harald Riegel auch regelmäßig ausführliche Erlebnisberichte von Katharina Schoen ein, die zum Schmunzeln, manchmal auch zum Lachen, immer aber auch zum Nachdenken anregen.

Mitten in der Regenzeit kam Katharina im September an und absolvierte zunächst ihr Orientierungsseminar in Morelia, der Großstadt, in der sie gerne ihre Wochenenden verbringt. Hier hat die mexikanische Organisation der „Voluntarias“ ein Freiwilligen-Haus, das diese nutzen können. Das Dorf, in dem Katharina Englisch-Unterricht erteilt, liegt zwei Autostunden entfernt und heißt Ixtaro.
So war das Wetter anfangs nicht sehr einladend, sollte aber noch mehr Überraschungen für Katharina bereithalten, denn am Ende der Regenzeit schien zwar die Sonne, doch sie lernte schnell, sich im „Zwiebellook“ zu kleiden, denn nur Mittags wurde es sehr warm, am Morgen und Abend dagegen fielen die Temperaturen rasch stark ab.
Ihre „Schule“ schockierte die junge Deutsche zunächst, allerdings tat auch das Wetter das Seinige dazu. Da das ganze Dorf an einem Hang aus roter Tonerde liegt, ist es während der Regenzeit sehr matschig. Die Schule gruppiert sich um einen Basketballplatz und ist mehr als dürftig ausgestattet – „aber ist es doch halb so wild. Es herrschen einfach andere Bedingungen hier, das Geld fehlt, aber vor allem kennen sie es nicht anders und machen sich dementsprechend nichts daraus“, berichtet Katharina.
Sie lebt im Dorf in einer riesigen Familie, deren Mutter am Dorfplatz eine „tienda“, eine Art Kiosk, betreibt, an der auch die Lehrer der Schule ihr Mittagessen einnehmen. Katharina genießt das Familienleben, das den Mexikanern heilig ist – und bekam auch schon erste Einblicke beim Geburtstag ihres jüngsten „Gastbruders“ und neulich bei ihrer ersten mexikanischen Hochzeit, für die das halbe Dorf „tonnenweise Essen“ vorbereitete und bei der der Tequilla in Strömen floss – und die fast schon traditionell in einer Schlägerei endete. Katharina versucht sich auch in der Familie durch Mitarbeit im Haushalt einzubringen – und bessert damit den Ruf der Deutschen auf, denn die bisherigen „voluntarias“ haben das offenbar nicht getan. So weiß sie jetzt auch, wie mühsam Wäschewaschen sein kann „wie in den guten alten Zeiten auf dem Waschbrett . . . naja, fast, auf einer massiven Steinkonstruktion neben einem riesigen Wasserbecken per Hand, versteht sich“. Und auch „Huhn entkleiden“ beherrscht sie mittlerweile.
Pünktlichkeit spielt in Mexiko ebenfalls nicht die Rolle, wie es die Deutsche kennt. Nicht einmal der Gottesdienst beginnt unbedingt pünktlich. Füllt sich die Kirche nur zögerlich, dann läuten die Glocken eben später. Die Messe jedoch dauert zwei Stunden, „von der eine Stunde der Pfarrer mit seiner Predigt füllt. Und was für eine, lautstark wird über sämtliche Missstände in der Welt geflucht und die Jugend animiert, etwas daran zu ändern“.
Auch ein schlimmes Erlebnis schildert Katharina, den Anschlag am Unabhängigkeitstag in Morelia. Glücklicherweise hatte sie sich an diesem Wochenende für die Feier im Dorf entschieden.
Viel Arbeit hat Katharina in ihrer Schule, ihrer eigentlichen Aufgabe während ihres Freiwilligen-Jahres. Sie unterrichtet Englisch für unterschiedliche Altersgruppen, mittlerweile haben sich auch Gruppen außerhalb der Schule gemeldet. Die Kinder sind eifrig dabei, leider aber hauptsächlich mit dem Ziel, der Arbeit wegen nach Nordamerika zu gehen. Fast alle Väter des Dorfes und auch die großen Brüder leben „alla’“, dort in den USA, „obwohl es sicher besser wäre, sich hier im Land weiterzubilden und etwas auf die Beine zu stellen“, resümiert Katharina.
Wenn es ihre Zeit erlaubt, hilft die angehende Medizin-Studentin auch noch in der Dorfklinik aus – über Langeweile kann sie also nicht klagen. Sie berichtet aber auch von vielen Wochenendausflügen ins Schildkrötencamp, zu kulturellen und religiösen Festivals und von den Unwägbarkeiten des mexikanischen Alltags: „Allgemein sollte man seine Einstellung ändern, egal ob es darum geht, wo, wie und in was man schläft, ob man sich mal ein paar Tage nicht duschen kann oder eben mit kaltem Wasser, weil es mal wieder kein Gas gibt, oder ob man sein Handtuch mit jemandem teilen muss … ganz andere Dinge sind einfach wichtiger“.
Schon nach wenigen Wochen in dieser anderen Welt war Katharina klar: „dass die Rückkehr und das Wiedereinleben in Deutschland schwieriger sein werden als das Ankommen hier und das Einleben in Mexiko“.

Heitere Randnotizen aus Mexiko:

– Jeder, aber wirklich jeder zwischen fünf und 95 kann Pick-Up fahren.
– Wenn jemand sagt „nein, es ist nicht weit bis dorthin“, dann mach Dich auf einen langen Weg gefasst. Das Einschätzungsvermögen der Mexikaner scheint recht eingeschränkt zu sein.
– Hühnchen ist kein Fleisch in Mexiko. Wenn Du also sagst, dass Du kein Fleisch isst, dann kriegst Du halt Hühnerbrühe mit einem Hühnerschenkel serviert, was übrigens sehr selten und nur an festlichen Tagen geschmaust wird, da extra ein Huhn geschlachtet werden muss.
– Wenn sich etwas verdächtig Glibbriges auf Deinem Teller findet und eigentlich gar nicht so schlecht schmeckt, dann guten Appetit, es ist die Leibspeise vieler Mexikaner: Schweinehaut.

Netzwerk aus „kreativen Köpfen“

Haßfurter Tagblatt, 27.11. 2008, von Sabine Weinbeer

Lions Club Haßberge zu Gast im Familienbetrieb von Johannes Kulla

Interessante Einblicke in einen kleinen, aber durchaus innovativen Familienbetrieb gewannen die Mitglieder des Lions Club Haßberge bei einer Exkursion in den Steigerwald.In Trossenfurt besuchten sie den Innenarchiteken Dipl-Ing (FH) Johannes Kulla, der dort das Planungsbüro „Plan2Werk“ betreibt und seit 2007 auch die elterliche Schreinerei.

Lions Präsident Harry Riegel freute sich über die Möglichkeit, einen Einblick in den Handwerksbetrieb zu gewinnen, der in der Region einen sehr guten Namen hat, wenn es um maßgeschneiderte Raumgestaltung geht.

Johannes Kulla begann nach dem Abitur in Haßfurt eine Schreinerlehre, schließlich war er im elterlichen Betrieb aufgewachsen, den sein Vater 1964 gründete. Nach verkürzter Lehrzeit und Gesellenbrief studierte er Innenarchitektur in Coburg und eröffnete quasi als Ergänzung zur Schreinerei seines Vaters ein Planungsbüro. Kulla fertigt heute „Möbel für den gehobenen raumbildenden Innenausbau“ und präsentierte den beeindruckten „LIons“ zahlreiche Beispiele aus Arztpraxen, Gastronomiebetrieben und Privathäusern.
Johannes Kulla setzt dabei zum einen auf seine Kreativität und seine eigenen Mitarbeiter in der kleinen, aber feinen Schreinerei, aber auch auf ein Netzwerk von Spezialisten für bestimmte Arbeiten. Hoch interessant waren die unterschiedlichen Materialien, mit denen ein Schreiner heute neben Holz arbeitet. Wirklich gelungen sei eine Arbeit, so Johannes Kulla, wenn es gelang, die Vorstellungen eines Kunden in Möbel umzusetzen.

Harry Riegel bedankte sich bei Johannes Kulla für seine Erläuterungen, bei denen die Begeisterung für den Beruf zu spüren war.

Ohne Fleiß gibt es keine Pizza

Haßfurter Tagblatt, 25.10. 2008, von Sabine Weinbeer

Ludwig Rehm berichtet dem Lions Club über sein Hilfsprojekt in Brasilien

Vom brasilianischen Straßenkinder-Projekt „Samma“ berichtete der Wülflinger Ludwig Rehm den Mitgliedern des Lions Clubs beim jüngsten Clubabend. Präsident Harry Riegel freute sich über zahlreiches Interesse und dankte dem Referenten nicht nur für seinen Vortrag, sondern für sein vorbildliches Engagement für die Straßenkinder.

Ludwig Rehm, von Haus aus Restaurator und Meister im Raumausstatter-Handwerk und mittlerweile als Ausbilder tätig, wollte sich vor zehn Jahren einen alten Wunsch erfüllen und ein Sabbatjahr nehmen. Nach der Schule hatte er eigentlich davon geträumt, Entwicklungshelfer zu werden. Seine Recherchen führten ihn nach Sao Paulo ins Projekt „Samma“, das damals noch in den Anfängen steckte.
Eine Gemeinschaft von brasilianischen Familien und auch Frank Weber von der Straßenkinderhilfe aus Schweinfurt trägt dieses Projekt, das in zwei Häusern Kindern und Jugendlichen zu einem selbstbestimmten Leben helfen will. Dabei geht es zunächst um die Vermittlung der Grundfertigkeiten Lesen, Schreiben und Rechnen, außerdem um handwerkliche Ausbildung.
In einem Diavortrag stellte Ludwig Rehm das Kinderhaus vor, das sich vor der Stadt im ländlichen Bereich befindet. Die kleineren Kinder werden hier umfassend betreut und beschult, die älteren ziehen dann in ein Haus in der Stadt, weil hier die Ausbildungsmöglichkeiten besser sind. Leiterin des Projekts ist eine Psychologin, die am städtischen Krankenhaus beschäftigt ist und ihre gesamte Freizeit in das Projekt steckt.
Das Kinderhaus wurde dem Projekt von einer alten Dame vermacht, allerdings befand es sich in einem denkbar schlechten Zustand. Ludwig Rehm hat es sich zur Aufgabe gemacht, dieses Gebäude Zug um Zug zu sanieren – viel hat er bei seinen bisher vier Besuchen bereits erreicht: Eine Küche eingebaut, das Dach wurde erneuert. Ein Schuppen nebenan wurde beim letzten Aufenthalt gesichert und umgebaut, denn mittlerweile wendet sich das Projekt auch an die Kinder aus den benachbarten Fawelas, die hier Lesen und Schreiben lernen können, aber auch gemeinsam spielen, musizieren, tanzen. Am Wochenende treffen sich hier über 50 Kinder.
Die Sanierung des Hauses schreitet mittlerweile voran. Ludwig Rehm ist begeistert von den Kindern, das wird bei seinen Erzählungen deutlich. Er verlangt wie die Projektleitung von ihnen vollen Einsatz. So gehört zum Haus ein großes Stück Land, auf dem Obst und Gemüse für den Eigengebrauch angebaut werden. Folgerichtig stehen täglich Reis und Bohnen oder Reis und Gemüse auf dem Speiseplan.
Haben die Nachwuchshandwerker fleißig gearbeitet, spendiert Ludwig Rehm bei seinen Aufenthalten mal ein Eis oder eine Pizza. Sein Ziel ist es, den früheren Straßenkindern zu zeigen, „dass sich was verändert, wenn ich selbst was tue“. So sei deutlich zu erkennen, dass die Kinder und Jugendlichen mit dem selbstgebauten oder reparierten Mobiliar pfleglicher umgehen. Drückten sich anfangs einige noch vor der Arbeit, war der Zusammenhalt beim letzten, dem Dachprojekt, einfach überwältigend, so Ludwig Rehm.
Mit seinen Dias gab er einen eindringlichen Eindruck vom Leben der Kinder und von der Bedeutung des Projekts, das schon einigen Jugendlichen zu einer ordentlichen Ausbildung verholfen hat.
Seit seinem ersten Aufenthalt, der drei Monate dauerte, fährt Ludwig Rehm alle zwei Jahre während der Sommerferien nach Brasilien und auch eine seiner Töchter hat ihn bereits zu „Samma“ begleitet.
Unermüdlich wirbt er in seinem Freundeskreis um Unterstützung des Projekts, das ständig an Unterfinanzierung leidet, da es weder staatliche noch kirchliche Mittel erhält. Im Sommer 2009 fliegt Ludwig Rehm wieder nach Brasilien, dann sollen die Sanitärbereiche erneuert werden, die in einem sehr schlechten Zustand sind.
Die Lions zeigten sich beeindruckt vom Vortrag und vom Einsatz von Ludwig Rehm, der weit über das übliche Maß hinausgeht. Es war unstrittig unter den Mitgliedern, dass der Lions Club das Projekt 2009 finanziell unterstützen wird.

Ludwig Rehm hat ein Spendenkonto eingerichtet unter dem Namen „Straßenkinder Sao Paulo Spendenkonto“, Konto 10 000 2577 bei der Raiffeisen-Volksbank Haßberge, BLZ 793 631 51. Der Wülflinger freut sich über jede Unterstützung und steht persönlich dafür, dass jeder Euro direkt den Kindern von „Samma“ zugute kommt.

Eine Frau unter vielen „Lions“

Haßfurter Tagblatt, 26.09. 2008, von Sabine Weinbeer

Wohltätigkeitsverein in Haßbergen hat erstes weibliches Mitglied aufgenommen

Eine neue Ära ist diese Woche für den Lions Club Haßberge angebrochen, denn beim Clubabend in Königsberg konnte Präsident Harry Riegel mit Julia Fröhlich die erste Frau in den bisherigen reinen Männer-Club aufnehmen. Der Lions Club ist eine Vereinigung von sozial engagierten Menschen, die versuchen, die unterschiedlichsten Projekte zu unterstützen.

Julia Fröhlich ist gebürtige Rumänin und war schon in ihrer Heimat Mitbegründerin des dortigen Leo-Clubs, der Jugendorganisation der Lions. Die studierte Meteorologin und Sprachwissenschaftlerin, die in Rumänien für Radio und Fernsehen arbeitete, lebt seit dem Jahr 2000 der Liebe wegen in Deutschland. Unter anderem lehrt sie Englisch an der Volkshochschule. Mit viel Applaus und einem Blumenstrauß wurde sie von den Lions willkommen geheißen.

Zweiter Programmpunkt des Abends war das Referat von Jonathan Riegel über Social Networks. Sie heißen StudiVZ, MySpace oder Facebook und sind die modernen Kommunikationsplattformen gerade der jüngeren Generation. Jonathan Riegel, der in der Schweiz und Finnland Betriebswirtschaftslehre studierte, schätzt selbst diese Möglichkeiten sehr hoch, denn so gelingt es leicht, internationale Kontakte zu pflegen und gleichzeitig Menschen mit gleichen Interessen zu finden.
Am Beispiel von Facebook erläuterte er diese Plattformen, die enormen Zulauf haben. So hat Facebook, einst an der Harvard-Universität für die örtlichen Studenten gegründet, mittlerweile über 100 Millionen aktive Nutzer und einen Marktwert von 15 Milliarden Dollar, was etwa dem der Lufthansa entspricht. Der Betreiber lege aber großen Wert auf Unabhängigkeit, so Riegel, auch wenn vor allem die Werbebranche natürlich großes Interesse hat.
Jeder Nutzer einer solchen Plattform stellt sein Profil auf – ob er mehr als seinen Namen allgemein zugänglich macht, hängt von ihm selbst ab. Neue Gesprächspartner müssen sich anmelden und werden für das Lesen der gesamten Seite nur zugelassen, wenn das der jeweilige Nutzer genehmigt. Auch wenn Jonathan Riegel selbst zu der Generation gehört, die fast ausschließlich über diese Plattformen kommuniziert, sprach er auch die Gefahren an, die es zu beachten gilt. So müsse zunächst der Nutzer sehr zurückhaltend mit seinen persönlichen Details umgehen. Natürlich sind auch Stalker und Pädophile im Internet unterwegs, dessen müsse man sich bewusst sein. Auch ein Suchtpotential bestehe, denn in der riesigen Datenflut könne man schon die Zeit vergessen. Sehr gut sollte man sich überlegen, welche Bilder man einstellt, denn der Nutzer tritt mit dem Hochladen alle Rechte an seinen Bildern an den Betreiber ab.
Mancher hat schon bereut, Fotos von wilden Studentenfeten ins Internet gestellt zu haben, denn mittlerweile gibt es ganze Agenturen, die im Auftrag von Personalchefs und Headhuntern umfangreiche Dossiers zu Bewerbern erstellen, indem sie im Internet recherchieren.
Der Vortrag erntete viel Applaus und mündete in eine sehr rege Diskussion über die Segnungen und Gefahren der neuen Medien. Die Urteile reichten von „faszinierend“ über „ein immenser Zeiträuber“ bis hin zu der erschütterten Feststellung: „Das übertrifft alles, was Orwell noch für Phantasie hielt“.

Im weiteren Verlauf des Abends informierte Harry Riegel noch über die nächsten Aktivitäten. So werden die Lions am 11. Oktober ein Bundesligaspiel der SG-Volleyballer in Eltmann besuchen und am 21. November steht eine Firmenbesichtigung in Oberaurach auf dem Programm. Für den 24. Mai nächsten Jahres gelang es Riegel, ein Benefizkonzert mit den Würzburger Domsingknaben zugunsten des Kreuzwegs in der Ritterkapelle zu organisieren.
Auch will sich Lions künftig aktiv an der Arbeit der Haßfurter Tafel beteiligen, indem sich Mitglieder für einen Vormittag in der Woche bereit erklären, das Sammel-Fahrzeug zu fahren oder zu begleiten.

Lions Club Haßberge richtet seinen Blick „weltwärts“

Haßfurter Tagblatt, 12.08. 2008 von Sabine Weinbeer

Abiturientinnen werden während Ihres Auslandseinsatzes finanziell unterstützt

„Weltwärts“ richtete der Lions-Club Haßberge seinen Blick beim ersten Clubabend unter der Präsidentschaft von Harry Riegel. Der hatte nämlich nach Königsberg die beiden Haßfurter Abiturientinnen Ina Mantel und Katharina Schön eingeladen, die beide demnächst ein freiwilliges Soziales Jahr im Ausland antreten. Unter dem Motto „Lernen durch tatkräftiges Helfen“ wird Katharina Schön in Mexiko an Dorfschulen Englischunterricht geben, Ina Mantel stellt sich an der Elfenbeinküste der Aufgabe der Alphabetisierung und der Sensibilisierung gegenüber Malaria und Aids.

Harry Riegel begrüßte die beiden Gäste, die im Mai am Regiomontanus-Gymnasium ihr Abitur abgelegt haben. Beide machten deutlich, dass sie sich schon länger entschlossen, nach dem Abitur ein Auslandsjahr zu absolvieren und das möglichst sinnvoll zu verbringen – für sich ebenso wie für andere. Über die Website von „weltwärts“, dem neuen entwicklungspolitischen Freiwilligendienst des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung seien sie auf die Entsendeorganisation „ijgd“ (Internationale Jugendgemeinschaftsdienste) gestoßen, die die beiden Projekte in den jeweiligen Ländern betreut, Vorbereitungsseminare veranstaltet und Gastfamilien für die beiden Mädchen sucht. Ina Mantel möchte sich in diesem Jahr beruflich orientieren und erkunden, ob das Berufsfeld der Entwicklungszusammenarbeit für sie geeignet ist. Sie ist überzeugt, dass sie an der Elfenbeinküste etwas Sinnvolles tut, denn Lesen und Schreiben und das Wissen um die Gesundheit seien wesentliche Basissteine für eine erfolgreiche Entwicklungshilfe. An Afrika fasziniere sie die Kultur, aber auch die Widersprüche.

Katharina Schön lernte bereits am Gymnasium Spanisch und hat Erfahrung als Nachhilfelehrerin in Englisch. So freut sie sich auf ihre Aufgabe, in Mexiko ihr Spanisch im Alltag zu verbessern und gleichzeitig an Dorfschulen Konversation in Englisch zu unterrichten. Auch ihr war wichtig, in ihrem Auslandsjahr etwas Sinnvolles für andere, vor allem mit Kindern, zu tun und sich gleichzeitig charakterlich zu bilden. Zudem sei sie sehr von der Kultur Lateinamerikas fasziniert, so Katharina in ihrem Vortrag. Beide junge Damen sehen es als Herausforderung, sich einer fremden Kultur zu stellen. Beide sind sich auch bewusst, dass der Alltag dort sie auch an ihre Grenzen führen kann. Doch auch dem wollen sie sich stellen, denn „Ich möchte als offenere, selbstbewusst auftretende und teamfähige Person zurückkommen“, so Katharina Schön.

Präsident Harry Riegel zeigte sich überzeugt davon, dass dies den beiden – so wie er sie von der Schule her kenne – gelingen werde. Er wünschte den beiden jungen Damen viel Erfolg, Kraft und Durchhaltevermögen bei der Bewältigung ihrer Aufgaben, die sie nach seiner Überzeugung mit großem Engagement und vollem Einsatz angehen werden. Der Lions Club Haßberge sei gerne bereit, den beiden verantwortlichen Partnerorganisationen vor Ort eine finanzielle Unterstützung zukommen zu lassen, um die Realisierung der beiden Projekte zu ermöglichen. Ina Mantel und Katharina Schön nahmen diese Zusage mit großer Freude auf und versprachen, die Mitglieder des Lions Clubs Haßberge über ihre Arbeit und Erfahrungen während ihres Einsatzes im Ausland auf dem Laufenden zu halten. „Wir vom Lions Club freuen uns schon auf diese Berichte. Wir werden sie mit Aufmerksamkeit studieren und gerne über die Presse auch einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich machen“, so Präsident Harry Riegel bei der Verabschiedung.

Musik ist eine Stimmungsmacht

Aus BNnews – Forum des Lions-Distrikts 111Bayern-Nord – Herbst 2008

Seit vielen Jahren findet im Rahmen der Sommerakademie des Collegium Musicum jeweils ein Sonderkonzert für Lions und deren Freunde in Schloß Weißenstein in Pommersfelden statt.

Diese Tradition wurde auch 2008 fortgesetzt. Lions unterstützt damit die Sommerakademie, zu der Musikstudierende aus aller Welt nach Pommersfelden kommen. Unter Anleitung erfahrener Dozenten und Dirigenten praktizieren sie das Zusammenspiel in einem großen Orchester. Diese Veranstaltung ist ein schönes Ereignis am Übergang der Lionsjahre. In diesem Jahr erklangen im Marmorsaal von Schloss Weißenstein in Pommersfelden Werke von Richard Strauss, W. A. Mozart und Robert Schumann.
Lions-Neumitglied Julia Fröhlich vom LC Haßberge beschreibt ihre Eindrücke:
„Das Collegium Musicum hat mir einen unvergesslichen Abend in Pommersfelden bereitet. 75 junge Musiker und Musikerinnen aus aller Welt sind zusammengekommen, um uns zu zeigen, dass klassische Musik unglaublich
schön sein kann. Musik ist eine Stimmungsmacht. Sie zielt auf Einstimmung und Zustimmung, bewirkt Umstimmung, versetzt in Hochstimmung. Man kann Musik nicht nur hören, sondern auch fühlen – man muss nur seine Seele öffnen, und das haben die jungen Musiker an diesem Abend geschafft. Romanze, Allegro, Andante – das Ergebnis war Musik, die man nicht so schnell wieder aus dem Kopf bekommt, Balsam für die Seele!“

Harald Riegel ist neuer Präsident des Lions-Clubs Haßberge

Haßfurter Tagblatt, 30.06. 2008 von Sabine Weinbeer

Neue Ära eingeläutet: Die erste Frau wird in den bisherigen reinen Männerclub aufgenommen

Harald Riegel aus Haßfurt ist der neue Präsident des Lions-Clubs Haßberge. Bei der Eröffnung des neuen Lions-Jahres wurde er von seinem Sekretär Dr. Thomas Goppert offiziell in sein Amt eingeführt. Gleichzeitig läutete diese Veranstaltung quasi eine neue Ära ein, denn mit Julia Fröhlich aus Haßfurt bewarb sich die erste Frau um Aufnahme in den bisher reinen Männerclub.

Sekretär Dr. Thomas Goppert, Präsident Harry Riegel, Vizepräsident Dr. Klaus-Peter Heigel

Harald Riegel dankte zunächst dem Past-Präsidenten Diethelm Meinardt für die von ihm geleistete Arbeit, vor allem für die Einrichtung der Homepage, die in seiner Amtszeit vorangetrieben wurde. Ein Dank galt auch allen Mitgliedern, die im letzten Jahr Arbeiten übernahmen, vor allem dem Vizepräsidenten Dr. Klaus-Peter Heigel und dem Sekretär Dr. Peter Goppert, die sich beide bereit erklärten, auch Harald Riegel in seiner Präsidentschaft zu unterstützen. Das Kabinett wird komplettiert von Schatzmeister Werner Stegemann und Peter Schleich, der wieder den Vorsitz im Lions-Hilfswerk übernahm.
„Nach vorne schauen, nach vorne gehen und Neues wagen“, so überschrieb Riegel sein Präsidenten-Jahr. Als lebendiges Beispiel für einen solchen Aufbruch bezeichnete er die Aufnahme der ersten Frau, die hoffentlich nicht lange die Einzige bleiben werde.
Mit der Bitte um Unterstützung durch alle rund 30 Clubmitglieder stellte Harald Riegel den Entwurf eines durchaus ambitionierten Jahresprogramms vor. Dieses sieht neben den regelmäßigen Clubabenden mit interessanten Vorträgen, etwa über Social Networking im Internet, über Straßenkinder in Brasilien, Ärzte ohne Grenzen, aber auch über das G8 in Bayern das Lions-Club-Golfturnier im September, die Mehrtagesfahrt und ein Winter-Wochenende, ein Benefizkonzert für die Sanierung der Ritterkapelle mit den Domsingknaben und einige Betriebsbesichtigungen vor.
The international Association of Lions Clubs ist eine weltweite Vereinigung von Menschen, die in freundschaftlicher Verbundenheit bereit sind, sich den gesellschaftlichen Problemen unterer Zeit zu stellen und uneigennützig an ihrer Lösung mitzuwirken.
Lions-Mitglieder verpflichten sich der Toleranz im menschlichen Zusammenleben und wollen insbesondere der Gemeinschaft dienen, freundschaftliche Beziehungen zwischen den Völkern entwickeln und dadurch den Weltfrieden festigen, ihren Mitmenschen in materieller und seelischer Not beistehen sowie die Kulturgüter sinnvoll bewahren. Sie tun das in der Erkenntnis, dass jedes Staatswesen nur in dem Maße dem Einzelnen dienen kann, wie der einzelne bereit ist, sich für das Gesamte einzusetzen.