Ludwig Rehm berichtet dem LC Haßberge über das „SAMMA“-Hilfsprojekt in Brasilien

Vom brasilianischen Straßenkinder-Projekt „Samma“ berichtete der Wülflinger Ludwig Rehm den Mitgliedern des Lions Clubs beim jüngsten Clubabend. Präsident Harry Riegel freute sich über zahlreiches Interesse und dankte dem Referenten nicht nur für seinen Vortrag, sondern für sein vorbildliches Engagement für die Straßenkinder.

Ludwig Rehm, von Haus aus Restaurator und Meister im Raumausstatter-Handwerk und mittlerweile als Ausbilder tätig, wollte sich vor zehn Jahren einen alten Wunsch erfüllen und ein Sabbatjahr nehmen. Nach der Schule hatte er eigentlich davon geträumt, Entwicklungshelfer zu werden. Seine Recherchen führten ihn nach Sao Paulo ins Projekt „Samma“, das damals noch in den Anfängen steckte.
Eine Gemeinschaft von brasilianischen Familien und auch Frank Weber von der Straßenkinderhilfe aus Schweinfurt trägt dieses Projekt, das in zwei Häusern Kindern und Jugendlichen zu einem selbstbestimmten Leben helfen will. Dabei geht es zunächst um die Vermittlung der Grundfertigkeiten Lesen, Schreiben und Rechnen, außerdem um handwerkliche Ausbildung.
In einem Diavortrag stellte Ludwig Rehm das Kinderhaus vor, das sich vor der Stadt im ländlichen Bereich befindet. Die kleineren Kinder werden hier umfassend betreut und beschult, die älteren ziehen dann in ein Haus in der Stadt, weil hier die Ausbildungsmöglichkeiten besser sind. Leiterin des Projekts ist eine Psychologin, die am städtischen Krankenhaus beschäftigt ist und ihre gesamte Freizeit in das Projekt steckt.
Das Kinderhaus wurde dem Projekt von einer alten Dame vermacht, allerdings befand es sich in einem denkbar schlechten Zustand. Ludwig Rehm hat es sich zur Aufgabe gemacht, dieses Gebäude Zug um Zug zu sanieren – viel hat er bei seinen bisher vier Besuchen bereits erreicht: Eine Küche eingebaut, das Dach wurde erneuert. Ein Schuppen nebenan wurde beim letzten Aufenthalt gesichert und umgebaut, denn mittlerweile wendet sich das Projekt auch an die Kinder aus den benachbarten Fawelas, die hier Lesen und Schreiben lernen können, aber auch gemeinsam spielen, musizieren, tanzen. Am Wochenende treffen sich hier über 50 Kinder.
Die Sanierung des Hauses schreitet mittlerweile voran. Ludwig Rehm ist begeistert von den Kindern, das wird bei seinen Erzählungen deutlich. Er verlangt wie die Projektleitung von ihnen vollen Einsatz. So gehört zum Haus ein großes Stück Land, auf dem Obst und Gemüse für den Eigengebrauch angebaut werden. Folgerichtig stehen täglich Reis und Bohnen oder Reis und Gemüse auf dem Speiseplan.
Haben die Nachwuchshandwerker fleißig gearbeitet, spendiert Ludwig Rehm bei seinen Aufenthalten mal ein Eis oder eine Pizza. Sein Ziel ist es, den früheren Straßenkindern zu zeigen, „dass sich was verändert, wenn ich selbst was tue“. So sei deutlich zu erkennen, dass die Kinder und Jugendlichen mit dem selbstgebauten oder reparierten Mobiliar pfleglicher umgehen. Drückten sich anfangs einige noch vor der Arbeit, war der Zusammenhalt beim letzten, dem Dachprojekt, einfach überwältigend, so Ludwig Rehm.
Mit seinen Dias gab er einen eindringlichen Eindruck vom Leben der Kinder und von der Bedeutung des Projekts, das schon einigen Jugendlichen zu einer ordentlichen Ausbildung verholfen hat.
Seit seinem ersten Aufenthalt, der drei Monate dauerte, fährt Ludwig Rehm alle zwei Jahre während der Sommerferien nach Brasilien und auch eine seiner Töchter hat ihn bereits zu „Samma“ begleitet.
Unermüdlich wirbt er in seinem Freundeskreis um Unterstützung des Projekts, das ständig an Unterfinanzierung leidet, da es weder staatliche noch kirchliche Mittel erhält. Im Sommer 2009 fliegt Ludwig Rehm wieder nach Brasilien, dann sollen die Sanitärbereiche erneuert werden, die in einem sehr schlechten Zustand sind.
Die Lions zeigten sich beeindruckt vom Vortrag und vom Einsatz von Ludwig Rehm, der weit über das übliche Maß hinausgeht. Es war unstrittig unter den Mitgliedern, dass der Lions Club das Projekt 2009 finanziell unterstützen wird.

Ludwig Rehm hat ein Spendenkonto eingerichtet unter dem Namen „Straßenkinder Sao Paulo Spendenkonto“, Konto 10 000 2577 bei der Raiffeisen-Volksbank Haßberge, BLZ 793 631 51. Der Wülflinger freut sich über jede Unterstützung und steht persönlich dafür, dass jeder Euro direkt den Kindern von „Samma“ zugute kommt.

Haßfurter Tagblatt, 25.10. 2008, von Sabine Weinbeer

 

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