Mit dem Lions Club Haßberge geht es für zwei Jugendliche mit „weltwärts“ nach Brasilien

2013-09-30-Lions-weltwärts-kleinMit den besten Wünschen für ein erlebnisreiches und bereicherndes Jahr verabschiedete Harry Riegel, der Jugendbeauftragte des Lions Clubs Haßberge, Simon Gebauer aus Haßfurt und Luzia Kühnel aus Ebern mit kleinen Erinnerungsgeschenken in Richtung Brasilien. Die beiden Abiturienten haben sich entschieden, ein Freiwilliges Soziales Jahr in Brasilien abzuleisten und der Lions Club Haßberge unterstützt sie dabei finanziell. Mit dem Projekt „Weltwärts“ der Diözese Würzburg geht es für Simon, Luzia und drei andere junge Unterfranken nach Südamerika. Derzeit sitzen sie auf gepackten Koffern. Eigentlich sollte es am Montag schon los gehen, doch die Visa lassen noch auf sich warten.
In Brasilien gab es vor einigen Monaten Aufstände, die sich unter anderem gegen die Überbürokratisierung wendeten. In der Folge waren Behörden eine Zeit lang geschlossen und so kam es auch zu einem Stau bei der Bewilligung von Visa. „Aber der Bischof in Obidos hat sich jetzt eingeschaltet, wir hoffen, dass die Visa bis Freitag eintreffen“, erzählt Simon beim Treffen mit unserer Zeitung.

Er kennt das Projekt in Obidos bereits, denn schon sein Bruder David absolvierte dort sein FSJ und die Familie besuchte ihn damals für zwei Wochen. Simon wird wie sein Bruder in einem Betreuungsprojekt für Kinder aus Favelas Nachhilfe-, Computer- und Musikunterricht geben. Er bildet mit zwei weiteren jungen Männern ein Team, sie alle werden im bischöflichen Anwesen wohnen „und damit relativ komfortabel mit ständig Strom und Internet“, erklärt Luzia. Sie und die ebenfalls 18jährige Kathrin werden richtig in den Regenwald gehen. In Juruti Velno, an einem großen See direkt neben dem Amazonas, liegt ihr Projekt, das für Jugendliche aus vielen Dörfern Englisch-, Deutsch- und Musikunterricht anbietet, außerdem Freizeitangebote mit Spiel und Sport. Strom werden sie nur einige Stunden am Abend haben „da muss ich dann mal sehen, wie es mit Internet ist.

Simon und Luzia wollen nämlich ihre Familien, Freunde und Unterstützer über einen Blog auf dem Laufenden halten. „Wir freuen uns schon auf diese Berichte“, erklärte Harry Riegel. Als Lehrer am Regiomontanus-Gymnasium weist er alle Elftklässler auf das „Weltwärts“-Projekt der Diözese hin. Und darauf, dass der Lions Club Haßberge jährlich einen oder zwei Freiwillige unterstützt. Zum Projekt gehört nämlich, dass sich die Teilnehmer Sponsoren für 1.800 Euro Kostenanteil suchen. Der Lions Club übernimmt für Simon und Luzia jeweils die Hälfte. „Wir wollen solches Engagement fördern, in die Welt zu gehen und Gutes zu tun“, so Riegel. Schließlich gehöre Einiges dazu,  mit gerade mal 18 Jahren ein ganzes Jahr lang in ein völlig fremdes Land zu gehen, ohne jeden Heimaturlaub.

Auf dieses ganz andere Leben in Brasilien sind auch Simon und Luzia gespannt. Natürlich haben sie sich vorbereitet. Die Diözese bot verschiedene Seminare an, in denen es um Land und Leute, Lebensumstände, aber auch Gefahren in Brasilien ging. Auch an Portugiesisch-Kursen nahmen beide schon teil. „Ich hatte Spanisch an der Schule, das geht schon ganz gut“, so Luzia. Dennoch wird der Brasilien-Aufenthalt nochmals mit einem zweiwöchigen Sprach-Intensiv-Training in Obidos beginnen.

Jede Menge Impfungen haben beide hinter sich gebracht: Gelbfieber, Hepatitis, Typhus, Tollwut und Meningokokken sollen in der schwülen Hitze am Amazonas möglichst keine Chance haben. Als frühere Schulsanitäterin sieht sich Luzia gut gerüstet für den Regenwald, auch wenn dort natürlich ein ganz anderes Leben wartet, reduziert auf das eigentlich Wesentliche. „Viele Ehemalige berichten, dass sie mit dem Einleben nach der Rückkehr mehr Probleme hatten als in Brasilien“, berichtet Luzia. Für sie steht schon jetzt fest, dass sie sich nach ihrer Rückkehr einen Beruf „im sozialen Bereich“ suchen wird. Für Simon ist das FSJ ein Orientierungsjahr, er weiß noch gar nicht, für welchen Studiengang er sich entscheiden wird. .

Nicht nur die Lions schicken den beiden beste Wünsche mit auf den Weg. Überraschend viele hätten sich an dem finanziellen Eigenbeitrag beteiligt, erzählt Luzia. Ein älteres Ehepaar aus dem Bekanntenkreis habe ihr alles Gute gewünscht und ebenfalls einen Geldbetrag an das Projekt-Konto überwiesen. Wenn die Teilnehmer mehr als ihre 1.800 Euro einsammeln, dann fließt das Geld direkt in das Projekt, für das sie arbeiten. (Spendenkonto: Empfänger BDKJ Würzburg, LIGA-Bank, BLZ 750 903 00, Kto 3004503, Verwendungszweck: WFD für „Cultura pela Paz“, /Name des/der Freiwilligen/ und Name und Adresse des Spenders, wenn Spendenquittung erwünscht).

Nächste Woche wird es dann wohl losgehen, dann starten Simon und Luzia „weltwärts“.

Quelle:   Haßfurter Tagblatt, 04. Oktober 2013, von der freien Mitarbeiterin Sabine Weinbeer

 

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