LC Haßberge fördert Mädchenpower-Seminar

SONY DSCKönigsberg. „Angst macht stark, aber Panik lähmt, deshalb beginnt jede Selbstverteidigung mit einem Ausatmen“, erklärt Marija Milana den zehn Mädchen, die mit ihr im Kreis sitzen. Die Sozialpädagogin und WenDo-Trainerin gibt seit über zehn Jahren die so genannten „Mädchenpower-Seminare“ im Landkreis Haßberge im Rahmen der Präventionsarbeit gegen sexuelle Gewalt.

Seit vielen Jahren besteht im Kreis eine interdisziplinäre Berufsgruppe, die sich dieser vorbeugenden Arbeit verschrieben haben. Dazu gehören Mitarbeiter verschiedenster Träger, die in der Jugendarbeit tätig sind, darunter die evangelische Jugend im Dekanat Rügheim. Der Gruppe liegt es am Herzen, im ganzen Landkreis solche Selbstbehauptungskurse für Mädchen anzubieten und der Bedarf ist groß. Der Landkreis unterstützt das und finanziert jährlich etwa fünf Seminare. Zwei davon „verwaltet“ Dekanatsjugendreferent Siegfried Weidlich für die Evangelische Jugend. Eben weil der Bedarf so groß ist und die Fläche des Landkreises auch, wirbt er jedes Jahr weitere Sponsoren, um mehr als diese beiden Seminare anbieten zu können. Kommunen finanzieren mit, der Bezirksjugendring und in diesem Jahr auch der Lions-Club. Als die Kurse schon alle vergeben waren, wünschten sich die Gruppenleiterinnen der Königsberger Pfadfinder ein solches Seminar und der Lions-Club übernahm die Finanzierung mit 550 Euro. Als jetzt am Wochenende das Seminar stattfand, informierten sich Past-Präsidentin Sabine Weinbeer und Vizepräsident Rudolf Hart vor Ort, wie die „Mädchen-Power“ denn aussieht.

Marija Milana erläuterte das gern. Ihre Seminare sind breit aufgestellt und beschränken sich nicht auf die Vermittlung von ein paar Selbstverteidigungsgriffen. Sie setzt an beim selbstbewussten Auftreten gegenüber Übergriffigkeiten. „Sagt einfach laut, dass der Euch gefälligst nicht anfassen soll“, rät sie. Das helfe in den allermeisten Fällen schon „auch wenn sich eine Frau damit nicht unbedingt beliebt macht“, das ergänzt sie auch. Wichtig sei es, Alltagssituationen zu reflektieren. Vieles, was übergriffig ist, werde scheinbar akzeptiert und deshalb wagten viele Frauen, vor allem junge, nicht, dagegen aufzubegehren. Was unangenehm ist, dagegen dürfe man sich auch wehren, erklärt Marija Milana im Gespräch mit unserer Zeitung.

Selbstbewusstes Auftreten, ein sicherer Gang, das bewahre Frauen oft schon vor blöden Anmachen oder Übergriffen. Wenn es doch gefährlicher werden sollte, ein körperlicher Angriff erfolgt, dann gehe es zunächst darum, sich nicht von Panik lähmen zu lassen, die Kraft der Angst zu nutzen und zu wissen, wie man am effektivsten Gegenwehr leistet. Das vermittelte sie zwei Tage lang den Gruppenleiterinnen der verschiedenen Altersgruppen.

Die Gäste vom Lions-Club zeigten sich beeindruckt und stellten fest, dass die bewilligten 550 Euro ganz im Sinne des Clubs eingesetzt wurden. Eines der Ziele ist nämlich die Unterstützung von Kindern und Jugendlichen bei einem gesunden Heranwachsen zu selbstbewussten, selbstbestimmten und vielfältig interessierten Menschen.

Die Gruppenleiterinnen der Königsberger Pfadfinder konnten am vergangenen Wochenende dank der finanziellen Unterstützung des Lions-Clubs Haßberge ein Mädchenpower-Seminar mit Marija Milana absolvieren. Über die Inhalte informierte sich dabei auch Lions-Vizepräsident Rudolf Hart (rechts hinten)

 

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