Lions Club Haßberge unterstützt das FSJ von Johanna Emmert und David Gebauer

Bei dem Bemühen, sich „weltwärts“ zu orientieren, unterstützt der Lions Club Haßberge auch in diesem Jahr wieder zwei Abiturienten aus Haßfurt. David Gebauer absolviert sein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) ab September in Brasilien, Johanna Emmert bricht nach Südafrika auf. Die beiden jungen Leute sind sehr gespannt auf das, was sie erwartet, und hoffen, durch ihren Einsatz Positives erreichen zu können.

Johanna Emmert gehörte zum ersten Abiturjahrgang der Waldorfschule Haßfurt. Während eines Sozialpraktikums in der elften Klasse reifte in ihr der Wunsch, ein Freiwilliges Soziales Jahr zu absolvieren. Als Austauschorganisation wählte sie die „Freunde der Erziehungskunst“, weil diese anthroposophische Organisation einen guten Ruf hat. Sie absolvierte eine Eignungsprüfung und erhielt mehrere Adressen. Johanna entschied sich für eine Einrichtung in Camphill, einem 40 Kilometer westlich von Kapstadt gelegenen Ort, wo Behinderte in Familienverbünden leben und in betreuten Werkstätten arbeiten.

Bewusst hat sich Johanna Emmert für Afrika, aber gegen einen Einsatz in einem Township entschieden, denn dann hätte sie in einem Reichenviertel gelebt und wäre zur Arbeit ins Township gekommen. „Ich glaube, der Gegensatz wäre mir zu krass gewesen. „Langsam werde ich nervös“, gestand sie beim Gespräch im Lions Club ein, denn der Abreisetag rückt nun immer näher „und es wird einem bewusst, dass man seine Familie für ein ganzes Jahr verlässt“. Aber sie ist sicher, dass ihr die Erfahrung in Südafrika auch viel bringen wird. „Die Menschen dort sind sehr offen“, berichtet sie und verspricht, die Lions über ihr FSJ auf dem Laufenden zu halten.

Das hat sich auch David Gebauer vorgenommen, sein Flug nach Brasilien geht am 6. September. Er hat sich bereits vor Jahren entschieden, ein FSJ an das Abitur anzuhängen, als die Schwester seines besten Freundes ein solches Freiwilligen-Jahr in Rumänien absolvierte und er sie dort besuchte. Er ersetzt damit seinen Zivildienst, der allerdings nur sechs Monate dauern würde. „Ich weiß auch, dass ich dadurch mit dem doppelten Abiturjahrgang an die Uni gehe, aber man kann sich jetzt schon um einen Studienplatz bewerben“, zeigt David, dass er sich generalstabsmäßig vorbereitet hat. Auch die ersten Wörter Portugiesisch lernt er bereits, die Impfungen gegen Gelbfieber und Tollwut hat er hinter sich. Sein Ziel ist die 20 000-Einwohner-Stadt Obidos am Amazonas in der Nähe von Manaus. David wird dort direkt dem deutschen Bischof unterstellt. Gemeinsam mit einem Kollegen aus Aschaffenburg, der am gleichen Vorbereitungsseminar teilnahm, wird er dort auf einer neu geschaffenen Stelle Jugendarbeit gestalten. „Dabei haben wir relativ freie Hand. Wir werden wohl einen Schwerpunkt auf Computer, Musik und Hausaufgabenbetreuung legen,“ erzählt David.

Als Austauschorganisation hat er „weltwärts“ der Diözese Würzburg gewählt, wie Johanna wird er in mehreren Seminaren auf das Land und seine Aufgabe vorbereitet, außerdem freut er sich, dass er und sein Kollege „komplett auf einer Wellenlänge“ liegen. Die Trennung von der Familie für immerhin elf Monate fällt ihm natürlich schwer, aber „ich habe Internetanschluss, das weiß ich schon“ – Johanna hingegen weiß noch nicht, wie worldwide das Net in Afrika ausgebaut ist.

Beide Austauschprogramme halten ihre Teilnehmer dazu an, sich Förderer zu suchen, die einen finanziellen Anteil für das FSJ übernehmen. Johanna und David freuen sich, solche Förderer im Lions Club Haßberge gefunden zu haben und bedankten sich beim Präsidenten Peter Schleich und dem Past-Präsidenten Klaus-Peter Heigel für die Unterstützung. Per e-mail und natürlich mit einem ausführlichen Erfahrungsbericht im nächsten Jahr wollen sie sich dafür bedanken. Die Lions Mitglieder wünschten beiden wertvolle Erfahrungen und sprachen ihnen höchste Anerkennung für ihr Engagement aus.

 

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