LC Haßberge unterstützte das Freiwillige Soziale Jahr von Johanna Emmert in Südafrika

Weit über die Landkreisgrenzen hinaus blickte der Lions Club Haßberge bei seinem letzten Clubabend. Johanna Emmert berichtete von ihrem Freiwilligen Sozialen Jahr (FSJ) in einem Camphill-Village in Südafrika.
Seit sechs Wochen ist Johanna Emmert wieder zurück, doch „ein Stück von meinem Herzen ist immer noch in Südafrika“, gestand sie vor den Lions ein.Vor einem Jahr brach sie auf, um ein Jahr lang in einem Camphill-Village zu arbeiten, einer der sehr seltenen Einrichtungen in Südafrika, in denen behinderte Menschen betreut werden. Das Prinzip ist, dass sich eine Familie um mehrere behinderte Menschen kümmert, unterstützt von internationalen Freiwilligen. Die Behinderten arbeiten – und das mit großer Begeisterung – auf der zugehörigen Farm, der Molkerei, der Bäckerei oder auch in der Herstellung von Cremes und Duschgels. Behinderte in Südafrika werden zwar vom Staat unterstützt, wie Johanna Emmert berichtete, doch die 70 bis maximal 170 Euro genügen nicht für teure Medikamente, wie sie etwa Epileptiker benötigen – und schon gar nicht für darüber hinaus gehende Betreuung und Therapie, wie sie in dem Camphill geleistet werden.

Überall in Südafrika sei noch immer die Benachteiligung der schwarzen Bevölkerung zu sehen, so Johanna, die Ärmsten seien immer noch ausschließlich schwarz. So sind auch hauptsächlich Weiße in dem Camphill, doch durch Spenden – oft durch Angehörige von weißen Betreuten – können auch farbige Behinderte aufgenommen werden. Johanna zeigte sich beeindruckt von der Freude, die die Behinderten an ihrer Arbeit haben – und auch an den Angeboten der Freiwilligen. Unter anderem betreuten die den Chor und schufen eine Kochgruppe. Johanna unterstützte außerdem die Familie, die in ihrer Gruppe die Betreuung innehatte. Am Wochenende hatte die Familie frei und Johanna übernahm die Vertretung. Sie selbst bekam einen freien Tag während der Woche, an dem sie gemeinsam mit anderen Freiwilligen die beeindruckende südafrikanische Landschaften erkundete.

„Ich möchte dort wieder arbeiten“, erzählte sie mit übervollem Herzen. Wenn sie auch nicht direkt ans Auswandern denkt, so werde sie doch sicherlich nach ihrem Studium der Physiotherapie wieder im Camphill helfen. Sie dankte dem Lions Club Haßberge sowie der Firma Unicor, die ihr FSJ finanziell unterstützten. Lions Präsident Dr. Thomas Börner freute sich, dass Johanna Emmert so wertvolle Arbeit leisten konnte und dankte seinerseits im Namen des gesamten Clubs für ihr ehrenamtliches Engagement.

Quelle:   Haßfurter Tagblatt, 15.09.2011, von der freien Mitarbeiterin Sabine Weinbeer

 

-->