Lions Club Haßberge unterstützte das FSJ von Ina Mantel in der Elfenbeinküste

„Weltwärts“ orientierte sich die Haßfurter Gymnasiastin Ina Mantel nach dem Abitur, doch ganz so wie geplant lief das Entwicklungshilfe-Projekt in Afrika nicht. Sie berichtete jetzt den Mitgliedern des Lions-Club Haßberge, der ihr Freiwilliges Soziales Jahr in der Elfenbeinkünste finanziell unterstützte.

„Weltwärts“ ist ein Projekt der Bundesregierung, das jungen Menschen freiwilligen Einsatz in Entwicklungsländern ermöglichen soll. Die Zusammenarbeit mit Elfenbeinküste leidet allerdings unter starken organisatorischen Mängeln, wie Ina Mantel am eigenen Leib erfahren sollte. Am 27. August vergangenen Jahres flog sie ab in ein Land, das den Bürgerkrieg gerade eben überwunden hat, wo aber immer noch Rebellen den nördlichen Landesteil besetzt halten. „Die Menschen dort sind noch sehr damit beschäftigt zu überleben“, schilderte Ina Mantel beim Lions-Club.

Sie war zunächst überrascht von der herrlichen Natur des Landes, um dann aber festzustellen, dass es ihr Projekt, in dem sie arbeiten sollte, gar nicht gab. Eigentlich war Ina angereist, um bei der Alphabetisierung und bei der Aufklärungsarbeit über Aids zu helfen. Die Partnerorganisation in Elfenbeinküste bestand aber nur aus einer Person und so versuchte sie gemeinsam mit einer weiteren Freiwilligen, selbst ein Projekt auf die Beine zu stellen. Sie lebten in einem Internat, das von italienischen Schwestern betrieben wird.
Zeitweise arbeiteten sie beim Conseil General in Aboisso, vergleichbar einem Landratsamt, doch kamen sie nicht so recht zum Einsatz. Allerdings bekamen sie allerhand Einblick in die Korruption, die sicher einen Teil der Entwicklung in dem Land bremst.
Ina Mantel gewährte in ihrem Vortrag Einblick in die Kakao-Ernte, in das friedliche Zusammenleben von Christen und Muslimen und das Leben der Bevölkerung im Staat Elfenbeinküste.
Beeindruckt zeigten sich die Lions davon, dass die junge Frau trotz der widrigen Umstände immer wieder Anlauf nahm, die Zeit in Afrika sinnvoll zu nutzen. So arbeitete sie im Kindergarten der italienischen Schwestern und gemeinsam mit ihrer Kollegin machten sie sich doch noch an die Aids-Aufklärung in Zusammenarbeit mit anderen Hilfsorganisationen. Eigentlich wollte Ina Mantel trotz aller Frustrationen durchhalten, doch als sie krank wurde und sich längere Zeit keine Besserung einstellte, entschloss sie sich Ende  Januar zur Heimreise.
Ihre Gesundheit ist mittlerweile wieder hergestellt, glücklicherweise bestätigte sich die afrikanische Diagnose „Typhus“ nicht. Die Erfahrungen in Afrika haben sie menschlich reifen lassen, es sei für sie aber schwer zu verarbeiten gewesen, dass „nichts so lief wie geplant“, während sie gleichzeitig von ihrer Schulkollegin Katharina Schoen aus Mexico immer wieder per e-mail erfuhr, dass dort alles klappt. Auch Katharina Schön wurde von den Lions für ihr Freiwilliges Soziales Jahr unterstützt.
Allerdings habe sie sich bewusst für Afrika und ein französisch-sprachiges Land entschieden. Ihre Liebe zur Sprache habe sich in dieser Zeit auf jeden Fall gefestigt, so dass sie jetzt einen französischen oder europäischen Studiengang anstrebt, vielleicht in Richtung Journalismus. Einen Beruf im Feld Entwicklungshilfe hat sie aufgrund ihrer Erfahrungen vorerst hintangestellt.
Lions-Präsident Harry Riegel dankte Ina Mantel für den spannenden und offenen Bericht und gratulierte ihr zu ihrer Courage, mit der sie sich gegen alle Widrigkeiten stemmte.

 

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