Fredi Pfaab berichtet dem Lions Club Haßberge über das Projekt „Kinder malen für Kinder“

Der Vorsitzende des Vereins „Kinder malen für Kinder“, Fredi Pfaab (links) stellt dem Lions Club Haßberge sein Projekt vor und freut sich über eine Spende aus den Händen  von Lions-Präsident Harry Riegel (rechts).

Kinder aus dem Landkreis malen bei Ausstellungen, wie beispielsweise dem Haßfurter Straßenfest oder dem Jahrmarkt der Kulturen in Zeil, kleine farbige Quadrate. Die kleinen Einzelbilder werden als großes farbenfrohes Mosaikbild zusammengefügt und als Motive für Postkarten oder Wohltätigkeits-Geschenkpapier zugunsten indischer Kinder verkauft. Die indischen Straßenkinder in Kalkutta sind aber nicht nur Hilfsempfänger, sondern bedanken sich mit kreativen, handgebastelten Glückwunschkarten, die hier in Deutschland zugunsten deutscher Kinderheime verkauft werden.
Seit zehn Jahren konnte Pfaab Erfahrungen bei mehrwöchigen Aufenthalten in Kalkutta sammeln. Dabei baute sich ein Freundeskreis auf, der finanziell kleine Projekte, wie eine Straßenschule mit 120 Kindern und eine selbstlose Arztpraxis einer deutschen Ärztin in den Slums, unterstützen. Im Jahr 2006 kam die Idee einen Verein zu gründen, um nachhaltig und noch mehr helfen zu können. Im Vordergrund steht eine solidarische Hilfe.
Die Spenden aus Deutschland sollten nicht einfach nach Kalkutta fließen. Oft denken die Leute zurecht: „Warum indischen Kindern helfen? Wir haben hier in Deutschland auch arme Kinder. Und kommt das Geld überhaupt an?“ Die Antwort ist einfach. Gerade in schwierigen Zeiten fällt der Blick über den Tellerrand immer schwerer und umso wichtiger ist das zusammenrücken – nun auch weltweit.
In diesem Sinne tun indische Kinder auch etwas für deutsche Kinder und schicken selbstgemachte Glückwunschkarten nach Deutschland. Die zweite Frage „ob das Geld ankomme“ sei somit auch beantwortet, weil indische Karten im Gegenzug zurückkommen.
Die Kontrollfunktion über die Spenden übernehmen so die Kinder selbst. Der Verein kümmert sich um die Organisation der Karten, um Malaktionen und hat selbst keine Verwaltungskosten. Der volle Betrag kommt, laut Pfaab, den Kindern zu Gute. Über 20 Mitglieder können seit 2006 auf viele kleine Erfolge zurückblicken. Bisher wurden über 20 000 Euro an Spenden an Kinder weitergeleitet. Ein Millionenbetrag für indische Verhältnisse: Um eine Schule mit 120 Kindern und fünf Lehrkräfte mit einer warmen Mahlzeit am Tag und medizinischer Grundversorgung sicherzustellen, benötigt man nur 8000 Euro pro Jahr. Umgerechnet 20 Cent am Tag pro Kind.
Genau diese Erfahrung hat Pfaab seit seinem ersten Aufenthalt in Kalkutta nicht mehr losgelassen, mit wenig Geld direkt viel helfen und dabei selbst am meisten profitieren nach dem Sprichwort „geteilte Freude ist doppelt Freude“.
Termine über die nächsten Malaktionen mit Kartenverkauf finden Sie unter www.kindermalen-fuer-kinder.org. Kartenverkaufsstellen sind in der Geschäftsstelle des Haßfurter Tagblatts, im Eine-Welt-Laden in Haßfurt und in der Ofengalerie in Zeil.

 

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