Du bist was Du isst! – Vortrag von Michaela von der Linden im Lions Club Haßberge

Lions Ernährung und KeniaKönigsberg. Einen Einblick in ihre Arbeit als Erlebnisbäuerin und Haushaltscoach gab die Agraringenieurin Michaela von der Linden den Mitgliedern des Lions-Clubs unter dem Motto „Du bist was Du isst – aber wer bin ich“. Dabei nahm sie auch die Werbung und manche gesellschaftliche Entwicklung kritisch unter die Lupe. Von Klein an will Michaela von der Linden den Menschen den Wert von Lebensmitteln und die Bedeutung einer ausgewogenen Ernährung nahe bringen. Vor allem im Auftrag des Landwirtschaftsamtes ist sie daher in verschiedenen Projekten aktiv. Eines davon fördert auch der Lions-Club, die „Gartenkinder“. Hier begleitet sie Personal und Kinder ein Gartenjahr lang bei der Bebauung eines Obst- oder Gemüsegartens, meist in Hochbeeten. In den Schulen unterrichtet sie den Ernährungsführerschein und dabei bestätigen sich immer wieder auch ernüchternde Studien, etwa die, dass ein Viertel aller Kinder ohne Frühstück in die Schule kommt. Eine wichtige Erkenntnis, die sie zu vermitteln versucht, ist der Grundatz „wer nicht kaut, wird nicht satt“. Deshalb warnte sie auch für Entwicklungen, Kindern und auch Erwachsenen immer mehr stark zerkleinerte oder gar pürierte Lebensmittel anzubieten, wie ganz aktuell das „Quetschobst“ in der Folientüte. „Die Kinder kauen immer weniger und später und die Logopäden haben immer mehr zu tun“, erklärte sie eine der Folgen, dass Kinderbreie sogar noch für Dreijährige angeboten werden. Viele Mütter fühlten sich nicht kompetent genug, um das industrielle Baby- und Kindernahrungsangebot zu hinterfragen oder gar Babykost selbst herzustellen.Das liege daran, dass die Kenntnis über Lebensmittel im Rohzustand immer mehr verloren gehe: Kartoffeln würden überwiegend als Pommes und Chips verzehrt, das Püree mache meist schon den Umweg über die Fertigflocken – mit entsprechenden Zusatzstoffen. Die grundlegenden Probleme, die sie bei den Kindern bearbeite seien, dass sie zu wenig oder fas Falsche trinken, und dass sie zu wenig Gemüse essen. „Obst ist meist kein Problem“ Michaela von der Linden wollte Fertigprodukte keinesfalls verteufeln. „42 Prozent der 18-25jährigen ernährt sich überwiegend von Fertigprodukten“. Das sei manchmal auch nicht vermeidbar, aber dann sollte man sie wenigstens mit frischen Zutaten, mindestens einem Salat, ergänzen. Was sie aber an der Lebensmittelindustrie kritisierte, war die Werbung, die vorgaukle, besonders gesunde, wertvolle Nahrung anzubieten, die Fett reduziert und dafür den Zuckergehalt erhöht. Auch Naschen sei durchaus erlaubt, doch ebenso wie Fleisch und Wurst eben in deutlich geringeren Mengen als sie bei den meisten üblich seien. Genuss neu entdecken, auch die ganz einfachen Lebensmittel wie die Kartoffel, dazu forderte die Referentin auf und empfahl dazu eine „Schokoladen-Meditation“, die bei der Zuhörerschaft auf großes Interesse stieß. Insgesamt verliere das Essen in den Familien an Bedeutung, stellte Michaela von der Linden fest und untermauerte das anhand von Zahlen, die Krankenkassen erhoben haben. Mit Struktur zu essen und dabei die Familie als Gemeinschaft zu erleben, werde von den Arbeitszeiten zunehmend torpediert. In der Folge „haben viele Familien gar keinen Esstisch mehr. Gegessen wird unterwegs, im Gehen, oder im Schneidersitz vor dem Fernseher. Abschließend forderte Michaela von der Linden die Clubmitglieder auf, Inhaltsangaben auf Lebensmittelpackungen genau zu lesen. „Das kostet einmal eine Menge Zeit, aber dann wird der Einkauf künftig viel schneller gehen“. Sie machte keinen Hehl daraus, dass sie die so genannte Lebensmittel-Ampel als Kennzeichnung sehr begrüßen würde, ebenso wie die Einführung eines Schulfaches „Alltagskompetenz“, das den Themenbereich Hauswirtschaft umfassen würde. Hauswirtschaft wird heute nur noch in einem einzigen Zweig der Mittelschule gelehrt, alle anderen Kinder und Jugendlichen sind auf das angewiesen, was sie in der Familie erleben und lernen „und wenn sie da nicht ins Kochen, in den Haushalt eingebunden werden, sind sie der Werbung gnadenlos ausgeliefert“, ergänzte Lions-Präsidentin Sabine Weinbeer, die sich bei der Referentin für den spannenden Vortrag bedankte. Als Überraschungsgast konnte die Versammlung Lothar Firley begrüßen, der seit einigen Jahren für Schwester Luise in Kenia arbeitet. Schwester Luises Kinderheime und Ausbildungszentren werden vom Lions-District Nordbayern schon seit vielen Jahren unterstützt und der Lions-Club Haßberge hat dort auch ein Patenkind. Lothar Firley hatte aktuelle Informationen und beste Grüße vom kleinen Barrak dabei, der in der Schule große Fortschritte macht. Bild: Über ihre Arbeit als Erlebnisbäuerin und Familiencoach berichtete beim Lions-Club Haßberge Agraringenieurin Michaela von der Linden. Außerdem berichtete Lothar Firley vom Lions-Hilfsprojekt von Schwester Luise in Kenia und überbrachte die besten Grüße vom Club-Patenkind Barrak. Lions-Präsidentin Sabine Weinbeer dankte beiden Referenten herzlich.

 

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