„Distrikt-Pilot“ Claus Harder berichtet über die Ostafrikahilfe des Lions Distrikts Bayern Nord

„Ich habe ein kleines Büro, aber eine tolle Aussicht“, schmunzelt Claus Harder, wenn er von seinem Beruf spricht. Harder ist Ausbildungspilot bei Lufthansa-Cargo und er setzt diesen Beruf besonders intensiv für die Ostafrika-Hilfe des Lions Distrikts Bayern Nord ein. Beim Clubabend in Königsberg berichtete er dem Lions Club Haßberge von diesen Projekten.

„Irgendwann haben Sie als Pilot alle Stadtführungen mitgemacht und möchten mehr sehen und erfahren“, erzählte der Aschaffenburger Lion den Clubfreunden aus dem Kreis Haßberge. Vor allem in Afrika wollte er mehr vom Leben abseits der Metropolen erfahren. Und so stieß er auf das Lions-Projekt in Ostafrika. Von Nairobi aus orientierte er sich in Richtung Thika und lernte unter anderem Schwester Luise Radelmeier kennen, die sehr resolut, aber liebevoll ein Waisenhaus leitet. Eine weitere Dominikanerin, Schwester Bernadette, ist Leiterin des Hospitals in Thika. Harder berichtete von großen Erfolgen, beispielsweise mit dem Programm „Sight First“, mit dem die Lions tausende von Augenoperationen ermöglichten. Die Augenklinik in Coresho/Nairobi wurde von den Lions errichtet.

„Oft geht es nur darum, die richtigen Menschen aufmerksam zu machen“. So hat Claus Harder Josef Ruhland, den Verwalter der Duschel-Stiftung, als Förderer des Hospitals gewinnen können. Ein weiterer großer Förderer ist Dr. Claus Winkler. Der Vorsitzende des Hilfswerks deutscher Zahnärzte sammelt Altgold und hat in 22 Jahren schon 20 Millionen Euro für Hilfsprojekte in der ganzen Welt zur Verfügung gestellt.

Zentrales Anliegen ist die Förderung von Mädchen, die in Afrika nach wie vor stark benachteiligt sind. Dabei geht es oft nur um Kleinigkeiten. Gemeinsam mit den Rotariern starteten die Lions beispielsweise eine Initiative mit Hygiene-Sets für Mädchen, damit diese nicht jeden Monat während ihrer Menstruation mehrere Tage Unterricht verpassen müssen. Ein solches Set für ein ganzes Jahr kostet gerade einmal fünf Euro.

Neben der Vermittlung von direkten Kinder-Patenschaften wurde ein School-Sponsorship-Programm gestartet, das auch ein kurzfristiges oder einmaliges Engagement ermöglicht. „Unser Ziel ist es, alle Kinder von Schwester Luise in die Schule schicken zu können“, so Claus Harder. 296 Kinder werden dort betreut, darunter auch Kindersoldaten aus dem Sudan. Ein solcher Kindersoldat war auch „Lopepe“ Lopez Camong, der bei einer Gastfamilie in den USA eine neue Heimat fand. Er ist heute ein erfolgreicher Läufer, der 2008 bei den Olympischen Spielen in Peking sogar Flaggenträger der USA war – als besonderes Symbol gegen die Unmenschlichkeit von Kriegen.

Schwester Luise ist ständig bemüht, ihr Heim unabhängiger von Spenden zu machen und neue Einnahmequellen zu erschließen. Deshalb unterstützt sie Claus Harder derzeit beim Ausbau der Bäckerei. Diese soll dann nicht mehr nur den Bedarf des Heimes decken, sondern auch einen Laden bestücken. „Außerdem wünscht sich Schwester Luise einen neuen Spiel- und Sportplatz“, berichtete Harder.

Er hatte viele Bilder dabei, unter anderem von der renovierten Ambulanz im Mulumba-Hospital, wo eine Stifter-Tafel auch von der Unterstützung der Haßberge-Lions kündet. Seit dem letzten Jahr hat der Club mit dem kleinen Barak auch ein Patenkind bei Schwester Luise, umso interessanter war der Vortrag von Claus Harder. Dessen großen Anteil am neuen Schwung in der Ostafrika-Hilfe stellte Präsident Peter Schleich heraus. Durch seinen Beruf macht es Harder nämlich regelmäßig möglich, Hilfsgüter aus Deutschland nach Afrika zu bringen. Die Haßberge-Lions dankten für den spannenden Vortrag und das große Engagement und stellten fest, dass die Hilfe dort auf einer sehr breiten Basis steht und auf Nachhaltigkeit ausgerichtet ist.

 

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