Lions Club Haßberge unterstützt das Freiwillige Soziale Jahr von David Gebauer in Brasilien

„Auf die Familie, die Freunde und das Klavier“ hat sich David Gebauer am meisten gefreut, als vergangenen Donnerstag sein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) in Brasilien endete. Nach dem Abitur zog es den jungen Haßfurter „weltwärts“ – vom Main an den Amazonas. Sehr viel gegeben habe ihm dieses Jahr, berichtet David Gebauer, als er sich mit uns zum Gespräch trifft. Er arbeitete zusammen mit einem anderen jungen Deutschen in einem Gemeinde- und Jugendzentrum, das Bischof Dom Bernardo in Obidos bei Manaos ins Leben rief. „Die vielen Gespräche mit dem Bischof haben mir auch dabei geholfen, Entscheidungen für mein künftiges Leben zu treffen“, berichtet David. Als er sich vergangenes Jahr verabschiedete, war ihm nämlich noch nicht ganz klar, wohin der Berufsweg führen soll. Das ist jetzt anders. Schon in der nächsten Woche bricht er seine Zelte in Haßfurt wieder ab, denn er wird in Brüssel Medizin studieren – in der Unterrichtssprache Flämisch.

Schon wieder eine neue Sprache, doch davor ist David nicht bange, denn auch sein Portugiesisch war nach einem Intensivkurs und täglicher Anwendung sehr schnell alltagstauglich.

David und sein Kollege Hermann kümmerten sich vorwiegend um Kinder und Jugendliche, gaben Musikunterricht und übernahmen die Hausaufgabenbetreuung. Eigentlich sollte das Jugendprojekt des Bischofs noch während des vergangenen Jahres auch um Computerunterricht erweitert werden, doch das Haus des Jugendzentrums wurde erst vor wenigen Wochen fertig.

David ist dennoch froh, in seinem FSJ viel Sinnvolles getan zu haben. Der Kontakt zu den Kindern und Jugendlichen, die durch das Angebot des Bischofs von der Straße geholt werden, sei sehr intensiv gewesen „und hat mir selbst viel gebracht“. In einem Land wie Brasilien, wo die Armut allgegenwärtig ist, wo vorwiegend Reis, Bohnen und Fisch auf den Tisch kommen, „besinnt man sich auf das Wesentliche“, sagt David. Neue Freundschaften seien gewachsen.

In Obidos selbst habe es kein Sicherheitsproblem gegeben, berichtet David: „Ich bin da täglich mit dem Fahrrad zur Arbeit gefahren und nach kurzer Zeit hat mich auch fast jeder gekannt.“ Auch bei den Fahrten tiefer ins Amazonasgebiet traf er nur freundliche und dankbare Menschen. Bei einem Ausflug nach Rio de Janeiro jedoch sah er sich plötzlich mit einem Messer konfrontiert. „Die wollten mein Geld und das Handy, das hab ich ohne Widerstand hergegeben und die gingen“, erzählt er ganz gelassen. Schließlich war David vorbereitet – die hohe Kriminalitätsrate in den brasilianischen Großstädten ist kein Geheimnis.

Wöchentlich hat David mit der Familie telefoniert, die Eltern und die drei Geschwister auf dem Laufenden gehalten. „Das Internet ist nicht so gut dort“, stellt er fest, dennoch schrieb er mehrere lange Mails, unter anderem an den Lions-Club, der sein FSJ finanziell unterstützte.

Insgesamt wertet David Gebauer seinen Brasilien-Aufenthalt als ein wichtiges Jahr für seine Persönlichkeitsbildung und seine berufliche Orientierung. Auswandern werde er sicher nicht, aber „nochmal ein Jahr Entwicklungshilfe zum Beispiel könnte ich mir gut vorstellen“.

Quelle:   Haßfurter Tagblatt, 26.08.2011, von der freien Mitarbeiterin Sabine Weinbeer

 

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