David Gebauer absolviert mit Unterstützung des Lions Clubs Haßberge ein FSJ in Brasilien

Grüße vom Amazonas erreichten den Lions Club Haßberge zum Jahreswechsel. David Gebauer (19) hat einen langen Brief geschrieben. Er absolviert seit Anfang September 2010 mit finanzieller Unterstützung der Lions sein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) in Obidos in der Nähe von Manaos in Brasilien. Wie versprochen, hält er Kontakt und berichtete jetzt per E-Mail von seinen ersten Erfahrungen.
„Ich kann mir zurzeit gar nicht vorstellen, diesen Schritt nicht gemacht zu haben.“ David Gebauer ist begeistert von den Menschen in Brasilien aber vor allem von seinen Möglichkeiten, helfend einzugreifen. In O’bidos, einer 40 000-Einwohner-Stadt, leben er und sein „Mitstreiter“ Hermann direkt beim deutschen Bischof Dom Bernardo in der „Prelazia O’bidos“, wo sie besonders unter den jüngeren Mitarbeitern bereits Freunde gefunden haben. Unter anderem steht immer montags gemeinsames Fußballspiel auf dem Freizeitprogramm.

In erster Linie aber wollen sich David und Hermann in den sozialen Projekten des Bischofs engagieren. Als Schwerpunkt hatten sie sich in Deutschland Computer- und Musikunterricht ausgewählt. Die Ausstattung für den Computerunterricht ist noch nicht komplett, doch der Musikunterricht kann jetzt beginnen, berichtet David.

„Mir ist es sehr wichtig, weiterzugeben, was Kinder in Deutschland problemlos lernen können, in Brasilien aber nicht“, schreibt er. Das Gemeindezentrum, das bald auch durch ein Jugendzentrum ergänzt werden soll, befindet sich in einem der ärmsten Viertel von O’bidos. Da hier in den vergangenen Jahren die Gewalttaten und die Prostitution auch unter den Jugendlichen stark zugenommen haben, hat der Bischof hier ein neues Projekt ins Leben gerufen.

Freude an aktiver Hilfe

Seine Initiative war auch die „Pastoral da Drianca“, die gegen die Kindersterblichkeit in Brasilien gerichtet ist – mittlerweile mit Erfolg. Die Helfer besuchen Frauen vom Beginn der Schwangerschaft bis zum fünften Lebensjahr des Kindes, lehren wichtige Grundlagen der Gesundheit, Ernährung und Hygiene und kontrollieren das Wachstum der Kinder.

Das Projekt, in dem David Gebauer arbeitet, nennt sich „Cultura pela Paz“ (Kultur für den Frieden). Durch Computerkurse und Musikunterricht sollen Jugendliche von der Straße geholt und ihre Bereitschaft zum Lernen neu geweckt werden. „Ich freue mich sehr, dieses Projekt beginnen zu können und so aktiv an einer gerechteren und besseren Welt mitarbeiten zu können“, erzählt David.

Das Einleben war ganz einfach

Nach Brasilien kam er über das Projekt „Weltwärts“ der Diözese Würzburg, die David und Hermann auch intensiv betreut. Vor der Abreise Anfang September fanden mehrere Vorbereitungsseminare statt. Das Einleben sei ganz einfach gewesen, so David, zumal sich Schwester Johannita um die Neuankömmlinge kümmerte.

Sie holte sie nicht nur vom Flughafen ab, sondern begleitete sie auch zu den Behörden und zum Sprachkurs, der die ersten drei Wochen prägte. „Ohne Portugiesisch kommt man in Brasilien nämlich nicht zurecht, Englisch versteht kaum jemand“, so David, der überrascht war, wie schnell es ihm gelang, sich zu verständigen.

Derzeit wohnt er noch in einem Übergangszimmer in der Prälatur, demnächst werden er und Hermann umziehen in ein früheres Altenheim, das mit ihrer Hilfe zum Gästehaus umgebaut wird. David hat sich aber nicht nur um dieses Haus, sondern auch um dessen Garten gekümmert und versucht, verschiedene Gemüse und Obst anzubauen. Außerdem habe er bereits in vielen Bereichen der Prälatur geholfen und viel gelernt, so David. Gemeinsam mit dem Bischof habe er zum Beispiel dessen Weihnachtspost gedruckt und etikettiert.

Auch deutsche Besucher von anderen Missionsprojekten fanden sich bereits in O’bidos ein und hatten wie Bischof Overbeck von Adveniat viel Spannendes zu erzählen.

Die krassen Unterschiede des Lebens in Deutschland und Brasilien erlebt David aber nicht nur in der Stadt selbst, sondern auch bei Besuchen der Bevölkerung in unwegsamen Gegenden am Amazonas. Ein Großteil der Menschen, um die sich die Prälatur kümmert, hat keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser und als einzigen Verkehrsweg den Amazonas. David Gebauer hat versprochen, sich erneut zu melden, und natürlich wird er nach seiner Rückkunft einen Bericht beim Lions-Club abliefern. Harry Riegel, der die Austauschschüler im Auftrag des Clubs betreut, freute sich über den Brief, der einmal mehr zeige, wie wertvoll solche Auslandsprojekte sind.

Davids Internet-Blog: davidgebauer.de

 

-->